30/09/2026
Autonomiephase. Oder: Wie wir eine halbe Stunde darüber diskutiert haben, ob klatschnass ein geeignetes Outfit ist. 😅
Ein Zweieinhalbjähriger, klatschnasse Kleidung und der feste Plan, sofort draußen weiterzuspielen. Eigentlich hätte es nur schnell trockene Sachen gebraucht. „Nur schnell“ war an diesem Tag allerdings nicht im Angebot.
Die Erklärung „Sonst wirst du krank“ war ungefähr so greifbar wie meine Steuererklärung. Der Wunsch, draußen zu spielen, dagegen sehr konkret. Umziehen kam überhaupt nicht infrage - schon gar nicht, wenn dafür die heiß geliebten Sachen ausgezogen werden mussten.
Also saßen wir eine halbe Stunde zusammen im Zimmer. Mit viel Wut, einer Grenze, die blieb, und dem Angebot: „Du darfst wütend sein. Ich bin da und nehme dich in den Arm, wenn du möchtest.“
Irgendwann - nach einem gefühlt eigenen Nervenzusammenbruch - war Platz zum Kuscheln und anschließend auch fürs Umziehen. Die bereitgelegten Sachen bekamen allerdings direkt eine Absage. Schließlich gibt es auch mit zweieinhalb klare Vorstellungen von Mode. 😄
Die Wahl fiel auf rosa Socken, eine gestreifte Strumpfhose und ein T-Shirt mit Lightning McQueen. Eine Kombination, bei der Erwachsene kurz schlucken und Kinder völlig zufrieden sind.
Und genau da lohnt es sich, die eigenen Vorstellungen zu sortieren. Die Kleidung war trocken, das Kind fühlte sich wohl. Dass alles zusammen etwas wild aussah, war ein Thema des erwachsenen Geschmacks.
Vor dem Rausgehen trockene Sachen anzuziehen, blieb notwendig. Welche es wurden aber nicht.
Kinder brauchen solche Möglichkeiten, ihr Nein einzubringen und mitzugestalten. Und wenn eine Grenze bleiben muss, dürfen sie darüber auch wütend sein, ohne damit allein zu bleiben.
Diese Haltung und die eigenen Vorstellungen los lassen zu können, ist uns privat als auch bei meerkindsein wichtig. Manchmal kommen dann eben rosa Socken und Lightning McQueen dabei raus. 🤍 Wer kennt‘s? 😅