Wichtelglück

Wichtelglück Wir sind eine gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt), die es sich zum Ziel gesetzt hat, regional und überregional, mehr Waldkindergärten ins Leben zu rufen.

02/12/2023
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25/08/2022

Wir suchen eine/einen neue/n Mitarbeiter*in (m/w/d) für unseren Standort in Neustadt an der Aisch als Schwangerschaftsvertretung!

23/06/2022
23/06/2022

Vielen lieben Dank für diesen wundervollen Bericht

Ein Opa im Waldkindergarten
Seit meine beiden Enkel Oscar (5 J.) und Vincent (3 J.) den im September letzten Jahres gegründeten Waldkindergarten „Wichtelglück“ in Höchstadt besuchen, vergeht kaum ein Tag, an dem sie nicht begeistert von neuen Eindrücken, Entdeckungen und spannenden Unternehmungen im Wald berichten. Das und einige Fachinformationen über „Zulieferbetriebe“ der Schulen, die ich noch aus meiner aktiven Zeit als Gymnasiallehrer, aber auch aus jüngst konsultierten Quellen kenne, ließ in mir den Wunsch reifen, mir ein Urteil aus eigener Anschauung zu bilden.
Meine Anfrage, ob ich mal einen oder mehrere Vormittage miterleben dürfe, stieß auf Zustimmung, und so stand ich also an einem Montag „auf der Matte“. Schon das ist ein falsches Bild, denn da der Waldkindergarten konsequent unter freiem Himmel stattfindet, gibt es auch keine Eingangstür, geschweige denn eine Fußmatte: Hackschnitzel markieren auf dem Waldboden die Wege und Spielflächen. Kurz hinter dem Torbogen steht eine aus Rohholz gezimmerte Garderobe, an der in diesem Frühjahr gleich zwei Vogelpaare Gefallen für Nestbau und Nachwuchspflege gefunden haben.
Ab 07.30 Uhr trudeln die Kinder ein und beschäftigen sich zunächst frei auf der Anlage, wobei sie kaum bemerken, dass sie beaufsichtigt werden. Einzelne Kinder suchen auch Kontakt zu den Erwachsenen, erst recht, wenn da ein „Neuer“ in Gestalt des Opas von Oscar und Vincent ist. Meine beiden Enkel zeigen mir bereitwillig die Anlage: Sandkasten, Werkbank, Tipi, Essplatz. Nach und nach komme ich mit einzelnen Kindern ins Gespräch. Dies gelingt mir bei einem Jungen allerdings nicht, bis mir Oscar erklärt: „Der spricht nicht, weil er Hörgeräte hat.“ Erst jetzt fällt mir auf, dass der Junge gehörlos ist. Hier sehe ich gelebte Inklusion: Die Kinder haben offenbar ein Gespür dafür, wann ihr Kamerad mittun möchte und wann er lieber für sich ist. Sie respektieren sein Anderssein, ohne ihn zum Exoten abzustempeln. Dies werde ich im Laufe meiner zwei Besuchstage noch öfter beobachten.
Das eigentliche Tagesprogramm beginnt mit dem Morgenkreis: Kinder und ErzieherInnen-Team – an „meinen“ beiden Tagen begegne ich Sandra (Leiterin), Natascha, Nicole und Praktikantin Emily – sitzen auf Baumscheiben und begrüßen die Bäume, den Wald und eventuell anwesende Gäste. Es gibt einen „Geburtstagssitz“, der erhöht ist und eine Lehne hat. Hier nimmt das Geburtstagskind des Tages Platz und wird gebührend gefeiert. Wenn keine Feier stattfindet, wird nun das Tagesprogramm angekündigt.
In aller Regel sind dies – ja, was? Ausflüge? Spaziergänge? Erkundungsgänge? Keine dieser Bezeichnung trifft genau das, worauf es dem Waldkindergarten ankommt. So, wie ich es erleben durfte, neige ich dazu, von „Streifzügen“ zu sprechen. Weder Verlauf noch Länge der Strecke stehen dabei im Vordergrund, sondern die Begegnung mit der Natur: Ein Kind findet zwei Schnecken, die „komisch zusammenkleben“, ein anderes beobachtet Raupen an einem Busch … Dem Außenstehenden fällt dabei auf, wie die „Herde“ unmerklich zusammengehalten wird. Dazu wurde vor Abmarsch der „Perlenketten-Spruch“ geübt.
Am Zielort des heutigen Tages angekommen, wird der Rucksackinhalt gefrühstückt. Die Kinder haben hier aus Zweigen ein kleines Tipi errichtet und finden auf umgestürzten Bäumen viel Spaß am Klettern. Bis sie entdecken, dass der eine Baum so lang ist und so günstig auf einem anderen Stamm liegt, dass er federt und sich ideal zum Wi**en eignet.
Zurück auf dem Platz werde ich wieder Zeuge, wie die Kinder sich überwiegend selbständig organisieren: Im Sandkasten wirken „Schaufler“, „Wasserträger“ und „Bauarbeiter“ wie selbstverständlich zusammen, an der Werkbank bedienen die einen die Schraubstöcke, während andere Zweige anbringen und wieder andere sägen.
An meinem zweiten Tag wird beschlossen, mir zuliebe den ganzen Vormittag am Platz zu verbringen. Erneut teilen die 13 Kinder sich auf die unterschiedlichen Bereiche auf. Im Morgenkreis wird vorgelesen, im Sandkasten herrscht emsige Bautätigkeit, am Essplatz wird gemalt und Papier geschnitten. Wie selbstverständlich werde ich gefragt, ob ich Flugzeuge falten könne. Aus meiner Kindheits- und Jugenderinnerung krame ich drei Papierflieger-Modelle aus und habe etwa eine halbe Stunde damit zu tun, alle Bestellungen zu erledigen.
Ich begebe mich zum Sandkasten, und unvermittelt setzt sich ein Junge neben mich und sagt „Ausziehen!“ Horrorvorstellungen von üblen Verdächtigungen gegen Erwachsene, die sich an kleinen Kindern „zu schaffen machen“, schießen mir durch den Kopf. Bis mir klar wird, dass der Bub sich in seiner Matschhose – unabdingbares Kleidungsstück bei nassem Wetter – nicht mehr wohlfühlt, sie aber nicht alleine ausziehen kann. Ihm ist offenbar in aller Natürlichkeit klar, dass ein Erwachsener als Teammitglied Ansprechpartner für solche Hilfestellungen ist.
Die Vorleseecke lasse ich ungestört und kehre zum Essplatz zurück, wo inzwischen weitere Gemälde entstanden sind. Nicht alles erkennt das Opa-Auge sofort, aber die Kinder sind sehr erklärfreudig. Einige malen im Hinblick auf den anstehenden Besuch beim „Hühnermobil“ eifrig Hühner und Nester. Andere verarbeiten Wald-Entdeckungen mit Buntstift und Papier.
Am Ende meiner beiden Besuchstage fordert allerdings auch mein Alter seinen Tribut: Nach jeweils vier Stunden bin ich geschafft und verabschiede mich mit „Tschüss, Kinder“. Aber auch in diesem Augenblick erlebe ich noch einmal, wie der Waldkindergarten „funktioniert“: Ein Junge möchte sich persönlich von mir verabschieden, aber ich bin ja schon draußen auf dem Waldweg. Er stellt sich an den Rand desselben und reckt mir seine rechte Faust über den Graben zu, damit ich sie mit meiner anstupse. Mir wird klar, wie gut die Kinder die unsichtbare Grundstücksgrenze verinnerlicht haben.
Nach all dem Erlebten sehe ich mich in meinem kaum verhohlenen Neid auf meine beiden Enkelsöhne bestätigt: Waldkindergarten ist eine Art „Wundertüte“, in der die Kinder jeden Tag etwas Neues entdecken, Schritt für Schritt die Welt „erobern“ und sich zu eigen machen können. Wohlgemerkt: Es liegt mir fern, „normale“ Kindergärten oder Kindertagesstätten geringschätzen oder abwerten zu wollen. Dafür waren meine eigenen Erfahrungen mit den eigenen vier Kindern zu gut: Das Team im Matthias-Claudius-Kindergarten hat sie sehr gewissenhaft auf dem Weg zur Schulbereitschaft begleitet. Und als Kirchenvorsteher in Lonnerstadt konnte ich auch Einblicke in den dortigen KiTa-Betrieb gewinnen. Meine Begegnung mit dem Konzept des Waldkindergartens hat mir bleibende Eindrücke von einer weiteren Option der Vorschulerziehung vermittelt.

Volker Glab

Ein wunderschönes Plätzchen im Lernort Natur wurde für unsere zukünftigen Waldkinder geschaffen. Die Voranmeldungen lauf...
19/03/2022

Ein wunderschönes Plätzchen im Lernort Natur wurde für unsere zukünftigen Waldkinder geschaffen. Die Voranmeldungen laufen und wir freuen uns sehr, euch alle bald kennenzulernen.

Waldkindergarten Oberstdorf- weil Waldkindergärten unsere Passion sind :)

02/01/2022
02/01/2022

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