21/01/2026
Die letzten Wochen waren eine emotionale Achterbahnfahrt, zu der ich ungefragt eingeladen wurde. Am liebsten hätte ich irgendwo unterwegs den Notknopf gedrückt, um sofort auszusteigen. Ich habe ihn nicht gefunden.
Also blieb ich sitzen und ließ mich durchschütteln. Mal habe ich die Arme hochgerissen, mal nicht einmal die Kraft dazu gehabt. Ich wollte schreien: „Holt mich hier jemand raus?“ Doch bei dieser Geschwindigkeit fühlte sich selbst das Schreien seltsam an – gleichzeitig falsch und richtig. Es kribbelte, als ich um Hilfe rief. Rausholen konnte mich niemand. Aber ich sah sie: all die Hände, die mir zuwinkten, die mir zeigten, dass ich nicht allein bin, dass sie da sind und auf mich warten.
So fühlt es sich an, wenn das Leben zuschlägt. Wenn man Unterstützung bekommt, aber den entscheidenden Schritt trotzdem selbst gehen muss.
Jetzt sitze ich mit zitternder Hand beim Kaffee. Nicht vor Angst, sondern weil ich gerade eine verdammt anstrengende Fitnessstunde hinter mir habe. Ich bin hingegangen, weil ich weiß, dass mein Körper während dieser Achterbahnfahrt unglaublich viel Energie gespeichert hat. Und diese Energie will raus. Sie muss fließen, sonst bleibt alles stecken.
Mit einem Körper, der sich schwach anfühlt, der sich nicht ausdrücken und nicht auspowern kann, kommt Traumaarbeit schnell an ihre Grenzen. Ich merke: Es braucht auch Kraft. Muskeln. Beweglichkeit. Einen Körper, der tragen kann, was die Psyche gerade bewegt.
Ich bin so dankbar, solch einen Blick auf meine Themen entwickelt zu haben und Krisen als eine Achterbahnfahrt zu erleben und nicht mehr wie ein schwarzes Loch, in welches ich falle.
Ich will jedem der noch dieses Loch fühlt Mut machen. Es kommt der Moment, wo alles Sinn macht und erträglicher wird.
Heute schon deinem Körper gedankt?