Hauptfach Mensch

Hauptfach Mensch „What a teacher is, is more important than what he teaches.“ Karl Meninger
www.hauptfachmensch.de

Oh, wie habe ich mich gefreut, als ich gesehen habe, dass die liebe  eine Challenge im Mai macht! Danke dafür. 🙌🏻Sehr ge...
01/05/2024

Oh, wie habe ich mich gefreut, als ich gesehen habe, dass die liebe eine Challenge im Mai macht! Danke dafür. 🙌🏻
Sehr gerne bin ich dabei und stelle mich vor .

Ich lebe mit meinem Mann und unseren drei Kindern im schönen Ruhrpott. Mein Weg war in Schule noch nie „gerade“ und gerade meine Umwege, Herausforderungen und die Frage: „Bin ich hier richtig?“ haben mich geformt und geprägt.
Alle Erfahrungen, die ich beruflich außerhalb des Schulsystems gemacht habe, haben mich sehr geprägt und nach vorne gebracht.
Das Erleben von Schule aus „Mama-Sicht“ war mir immer wieder eine große Hilfe, mehr zu verstehen, in welcher Not und Lage Eltern sein können und auch, dass das Thema „Schule“ für viele Familien sehr herausfordernd ist.

Mir ist es wichtig, immer wieder Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir Lehrkräfte die Veränderung im Klassenraum sind. Und das Veränderung mit uns beginnt. Denn erst, wenn mir etwas bewusst wird, wenn ich etwas verstehe, wahrnehme und „neu sehe“, dann kann ich Verständnis für jemanden aufbringen und anders agieren.

Ich habe selbst als Kind erfahren dürfen, welch großen Unterschied es macht, wenn eine Lehrkraft eine „Extrameile“ geht. Das ist mir bis heute ein Schatz. Und so versuche ich es auch: Immer wieder das Gold in den uns anvertrauten Menschen zu sehen. Jeden Tag wieder neu hinzuschauen und eine neue Chance zu geben.
Ich freue ich auf die nächsten Tage.
Herzlich Willkommen bei Hauptfach Mensch.
Schön, dass du da bist. ❤️

„Für das Vergangene: Dank, für das Kommende: Ja!“Ich werde überwiegend „nur Schule machen“. Das ist so krass, ungewohnt ...
07/01/2024

„Für das Vergangene: Dank, für das Kommende: Ja!“

Ich werde überwiegend „nur Schule machen“.
Das ist so krass, ungewohnt und unfassbar befreiend. 
Mir diese Erlaubnis zu geben. 
Ich werde einfach nur Lehrerin sein. 
Das war ich noch nie. 
Es fühlt sich noch sehr unsicher an. 
Denn, wer bin ich dann? 
Welche Bedeutung habe ich dann?
Und vor allem: Welchen Wert habe ich?

„Du musst dein Ändern leben.“
 Hauptfach Mensch wird es weiterhin geben. Das ist mein Baby. Dafür schlägt mein Herz. 
Aber hier wird es ruhiger werden. Ich versuche mich loszusagen von Herzen und Algorithmen. 
Ich habe zwei Anfragen für Bücher abgesagt (Ganz hart fürs Ego!)
Bis zum Sommer werde ich keine Coachings annehmen. (Noch härter.)

Ich werde auf der Didacta eine kleine Keynote halten - darauf freue ich mich sehr. 
Das Live mit meiner Kollegin von der Berufsschule findet endlich statt: (13.01.24, 12:00h!)
Und ein paar Dinge wie Keynotes und Podcastanfragen sind noch in der Pipeline. Und auf die freue ich mich sehr. Sehr. 
Ganz besonders darauf, dass voraussichtlich zum letzten Mal mein Retreat „Reset & Restart“ für Lehrkräfte (12-14.04.2024) in Arenberg stattfinden wird. 
Informationen dazu folgen in Kürze. 
Wir werden uns sehen und lesen. 
Und darauf freue ich mich sehr.  bestisyettocome
Euch ein gutes neues Jahr. 
Sei dir gut ♥️
Eure Natalia

Gerade habe ich die letzten Stühle hochgestellt. Etwas müde setze ich mich hinters Pult. Sortiere noch meine Sachen. Sch...
10/12/2023

Gerade habe ich die letzten Stühle hochgestellt.
Etwas müde setze ich mich hinters Pult.
Sortiere noch meine Sachen.
Schreibe noch etwas ins Klassenbuch.
Schließe die Fenster und lösche die Lichterkette.

Ein paar Minuten Stille in einem Raum, der gerade noch voller Leichtigkeit und Leben war.
Ich bin gerne hier.
Ich mag das alles: das Laute und manchmal auch sehr wuselige. Das Chaos und die Struktur. Das Lachen und die Fragen.

Ich spüre, wie dünnhäutig ich bin.
Bei der Weihnachtsmusik, die wir am Ende der Stunde gehört haben, kam mir ein Tränchen ins Auge.
Einfach so.
Weil es irgendwie so schön war.
Und mich das hier alles gerade anrührt.

Und beim Hinausgehen sehe ich einen Stern unter einem der Tische. Den haben wir heute für die Fenster gebastelt.
Er zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht.
Er steht für unser Miteinander.
Für Beständigkeit.
Für das, was hier gerade zählt.
In diesem Moment.

Und mir fällt dieser Satz ein:
„Stop focusing on how stressed you are and remember how blessed you are.“

Und so gehe ich durch den leeren Flur.
Mit einem warmen Herzen.
Und mit dem Gefühl:
„Alles wird gut.“

Sei dir gut ❤️

Heute Nacht hast du bei uns schlafen wollen. Denn heute ist die erste Zentralklausur. Gestern haben wir noch ein paar Ja...
24/05/2023

Heute Nacht hast du bei uns schlafen wollen. Denn heute ist die erste Zentralklausur. Gestern haben wir noch ein paar Jahreszahlen gelernt. Wie Telefonnummern - 17731784 und „Sturm und Drang“ hat sich gemeldet. Du fandest das natürlich total blöd, aber bist trotzdem geblieben.

Beim Abendessen fragen deine Geschwister, worum es gehen wird. Du weißt nur Epochen. Wahrscheinlich eine Gedichtanalyse. Vielleicht auch was ganz anderes. Du gehst gelassen in diese Klausur. Du weißt, dass wir entspannt sind.

Wir wissen, dass du mit deinen schulischen Leistungen alles gut ausgleichen können wirst. Aber du erzählst auch von deinen Freunden, von denen manche vielleicht heute mit starken Bauchschmerzen oder Ängsten in die Schule kommen.

Weil sie diesen Weg seit zehn Jahren häufig alleine gehen müssen. Weil sie niemand unterstützt.
Oder auch, weil sie sich 2020 plötzlich verloren haben. Und darauf bis heute in Schule keine Rücksicht genommen wird.
Oder weil es in der Pubertät eben ganz viel anderes und Wichtigeres in eurem Leben als Schule gibt.
Und weil Eltern dann sehr unterschiedlich reagieren.
Vielleicht mit noch mehr Druck.
Oder auch mit Resignation.

Dabei braucht ihr uns noch sehr.
Braucht unsere Liebe und Zuneigung.
Braucht Freiraum und unser Zutrauen, dass ihr euren Weg schon gehen werdet.
Und dass ihr nicht weg von uns geht.
Sondern hin zu euch.

Und das ist nicht so einfach für uns.

Gerade beim Thema Schule.
Weil wir eurer bestes wollen.
Aber das nicht immer euch zum besten dient.
Ich ahne, dass es heute Tränen in so manchen Klassenzimmern geben wird.
Vielleicht auch innerliche bei euren Lehrkräften, die feststellen, dass das Thema, von dem sie auch nichts wissen, anders ist als erwartet und erhofft.

Was für ein Druck für beide Seiten.

Der Himmel ist blau und die Sonne scheint.
Und ich lasse dich ziehen, mein großes Mädchen.
Im Vertrauen, dass du deinen Weg gehst.
Und im tiefen Wissen, dass der gut wird.
Weil es dein Weg ist.

Und ich werde ich umarmen.
Dich fragen, ob du an deine Tintenpatronen und an genug zu trinken gedacht hast.
Du wirst die Augen verdrehen und mich anlächeln und gehen.

Geh’ mein Mädchen.
Alles ist gut. ❤️

Ich darf Mutter von drei Kindern sein. Das ist ein wahres Geschenk. Meine Mama lebt noch und das ist ein Geschenk. Heute...
14/05/2023

Ich darf Mutter von drei Kindern sein.
Das ist ein wahres Geschenk.
Meine Mama lebt noch und das ist ein Geschenk.
Heute ist Muttertag und ich denke:

An euch, die ihre Kinder verloren haben.
An euch, die ihre Mütter verloren haben.
An euch, die eine angespannte Beziehung zu ihrer Mutter haben.
An euch, die eine angespannte Beziehung zu ihren Kindern haben.
An euch, die sich entschieden haben, keine Mütter zu sein.
An euch, die sich so danach sehnen, Mutter zu sein.
An euch, die guter Hoffnung sind, endlich bald Mutter zu sein.
Egal, wo und ob du dich wieder findest, möchte ich dir sagen:
Du bist wertvoll so wie du bist.
Kinder sind ein Geschenk.
Sie sind uns anvertraut.
Aber sie bestimmen nicht unseren Wert.
Wertvoll bist du, weil du die bist, die du bist.
Und sie sollten auch nicht der Sinn unseres Leben sein.
Du bist diejenige, die deinen Leben Sinn gibt.
Du machst einen Unterschied.
Deine Geschichte kann zum Segen für Andere werden.
Zur Ermutigung und zum Trost.
You matter!

Sei dir gut ❤️

Keine Note nimmt Rücksicht auf die Situation, in der du gerade bist. Ob die Eltern sich gerade getrennt haben.Oder ob d...
20/01/2023

Keine Note nimmt Rücksicht auf die Situation, in der du gerade bist.
Ob die Eltern sich gerade getrennt haben.
Oder ob der Hamster gerade gestorben ist.
Oder auch die Großmutter.
Oder ob du Angst vor einem Fach hast, weil du denkst, "dass du dafür zu dumm bist".

Keine Note nimmt Rücksicht, ob der Lehrer dich mag oder nicht.
Oder ob du gerade voller Gedanken an deine erste Liebe bist.
Oder auch nur, dass dir ein Zahn rausgefallen ist.

Keine Note sagt etwas darüber aus, ob du morgens mit Hunger in die Schule kommst.
Auch nicht darüber, ob du das Glück hattest in ein Umfeld hineingeboren worden zu sein, wo du voller Liebe erwartet wurdest.
Auch nicht, ob du deine Heimat verlassen musstest.

Sie sagt auch nichts darüber aus, ob deine Eltern die finanziellen Möglichkeiten hatten, in dich zu investieren.
Auch nichts darüber, ob sich überhaupt jemand für DICH interessiert hat.
Sie sagt auch nichts darüber aus, ob jemand sich wirklich Mühe gegeben hat, es dir immer wieder zu erklären.
In Ruhe. Mit Geduld.

Keine Note der Welt bestimmt DEINEN WERT. Weder die Eins noch die Fünf.

Das, was wirklich wichtig ist für's Leben ist: dass du respektvoll zu Anderen bist.
Dass du ein großes Herz hast.
Dass du großzügig bist (mit Worten und Taten.) Dass du voller Empathie und Klarheit bist.

Und weißt du, was das ALLERWICHTIGSTE ist?
Dass du wenigstens EINEN MENSCHEN in deinem Leben hast, der an dich glaubt.
An das, was du kannst.
An das, was dich einzigartig macht.

Jemand, der dich ermutigt DEINEN Weg zu gehen.
Jemand, der dir die Hand reicht und dich unterstützt.
Jemand, der sich nicht vor dich, sondern hinter dich stellt - no matter what.
Der dir mit Liebe begegnet.

Du bist genug.
Du bist geliebt.
Du bist klug.
Du bist wichtig.

Du kannst einen Unterschied in der Welt machen. Für jemanden.
Vielleicht auch für viele, wenn du dich annimmst und an dich glaubst.

„Mama, ich habe Bauchschmerzen. Warum muss das denn am ersten Tag nach den Ferien sein?“Was soll ich darauf antworten?„D...
08/01/2023

„Mama, ich habe Bauchschmerzen. Warum muss das denn am ersten Tag nach den Ferien sein?“
Was soll ich darauf antworten?
„Das ist doch echt kein Problem! Du hattest doch gerade zwei Wochen frei!“
Ich nehme meinen Teenager in den Arm und sie tut mir leid.
Vor den Ferien war das Kind richtig krank und konnte nicht mitschreiben.
Und die Ansage über den Nachschreibtermin kam prompt: 09.01.2023. Happy new year.

Also antworte ich: „Ich verstehe total, dass das morgen ein blöder Start ist. Was genau macht dir Bauchschmerzen?“

* „Dass ich nicht genau weiß, WANN ich nachschreibe.“
* „Dass ich nicht genau weiß, MIT WEM ich nachschreibe.“
* „Einfach, weil ich morgen Müde sein werde.“
* „Weil ich gar keine Infos bekommen habe.“

Wenn ich mir diese Antworten als Mutter und Lehrerin zu ansehe, dann spüre ich eines: WARUM machen wir es den Schüller:innen häufig so schwer, wenn es doch so viel leichter sein könnte?

WIESO ist es scheinbar bei Planungen so schwer, sich in die Schuhe der SUS zu stellen und mal zu überlegen, ob es auch andere Möglichkeiten gäbe.

Ich finde es so wichtig, dass wir dabei die Bedürfnisse im Blick haben. Dass uns die Bedürfnisse bewusst sind.
Es macht so einen Unterschied, ob die Lehrkraft informieren würde. À la: „Es tut mir leid, aber es ist mir leider nicht anders möglich, als dass wir die Arbeit am ersten Tag nach den Ferien nachschreiben müssen. Ich werde euch in den Ferien noch ein paar Infos schicken, in welchem Raum, um welche Zeit und bei wem ihr nachschreiben werdet. Ihr könnt euch an Tag X mit Fragen gerne melden.“

Das ist es. Mehr nicht. Aber das würde es den SuS so viel leichter machen. Das und mehr nicht bedeutet „in Beziehung sein!

Für alle Kinder ist der erste Schultag nach den Ferien besonders. Die meisten sind müde.
Für einige bedeutet es nach einer „Mama - oder Papawoche“ Abschiednehmen.
Für manche Kinder bedeutet Ferienende Unsicherheit und Trennungsschmerz.

Vielleicht wäre es ein guter Vorsatz für dieses Jahr, das Wohlergehen unserer Schüler:innen in den Mittelpunkt zu stellen.

Nehmt Druck raus.
Bietet Herz und Verständnis an.
Das ändert schon so vieles.

Euch einen guten Start.
Sei dir gut ❤️

„Wie kann ich brennen, ohne zu verbrennen?“, frage ich mich. Heute Morgen in der Stille am zweiten Advent 2022. Wie kann...
04/12/2022

„Wie kann ich brennen, ohne zu verbrennen?“, frage ich mich. Heute Morgen in der Stille am zweiten Advent 2022.

Wie kann ich meinen Job machen in einem System, dass mich mal mehr und mal weniger an meine Grenzen bringt?
Wie kann ich das machen, dass ich allen Erwartungen in Schule gerecht werde?
Die Stimmen hier ziehen an mir. Die ganzen Tipps. Die ganzen Blickwinkel. An was ich noch alles denken müsste, sollte, könnte:
Die Sitzordnung.
Den Nachteilsausgleich.
Meine eigene Sprache.
Meine Privilegien.
Das Kind, das zurückbleibt.
Das Kind mit ADHS.
Das Kind in einer Trennungssituation.
Das neurodiverse Kind.
Die Bedürfnisse von allen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mir an meinem mitbrennen immer wieder ordentlich die Finger verbrannt habe.
Es hört sich häufig so einfach an:
„Sprich diese Sätze“ - schon gelingen die Gespräche.
„Hab die Kinder gut im Blick“ - dann gelingt deine Stunde.
„Nimm alle Bedürfnisse ernst“ - schon wird es laufen.
„Störungen im Klassenraum“ - dann stimmt etwas mit dir nicht.
„Frontalunterricht?“ - ach, komm.“

Das Vermögen zu haben, innezuhalten, mit den eigenen Erfahrungen abzugleichen, sich zu hinterfragen, neue Perspektiven einzunehmen.
Die Bereitschaft zu haben, sich auf einen anderen Aspekt einzulassen - hey, das ist schwer.

Ich möchte dir heute zusprechen: Veränderung braucht Zeit. Sich Dinge bewusst zu machen braucht Zeit. Dass sich viele Menschen so getrieben fühlen, liegt auch dran, dass wir viel zu schnell in die Umsetzung kommen, statt abzugleichen, ob es passt.
Wirkliche Veränderung passiert im innen. Manche brauchen für die Strecken mehr Zeit als andere. Ein Schritt zurück ist nicht unbedingt ein Rückschritt: Ich wünschte, ich wäre öfter stehen und bei mir geblieben. Hätte vor Entscheidungen kurz mal Atem geholt, statt im gestreckten Galopp allem zuzustimmen.

Heute Morgen spürte ich: „Leben ist Glühen.“ Und das möchte ich wieder mehr.
Mehr konstantes Glühen.
Es wird etwas ruhiger in hier sein.
Damit ich das Feuer schüren kann.

Und du.
Pass’ auf dich auf und sei dir gut ️❤️

Gerade habe ich die letzten Stühle hochgestellt. Etwas müde setze ich mich hinters Pult. Sortiere noch meine Sachen. Sch...
02/12/2022

Gerade habe ich die letzten Stühle hochgestellt.
Etwas müde setze ich mich hinters Pult.
Sortiere noch meine Sachen.
Schreibe noch etwas ins Klassenbuch.
Schließe die Fenster und lösche die Lichterkette.

Ein paar Minuten Stille in einem Raum, der gerade noch voller Leichtigkeit und Leben war.
Voller Lieder und Leben.
Ich bin gerne hier.
Ich mag das alles: das Laute und manchmal auch sehr wuselige. Das Chaos und die Struktur. Das Lachen und die Fragen.

In dieser Woche hatten wir Beratungsgespräche.
Und man bekommt so auch immer einen kleinen
Einblick, einen kleinen Ausschnitt mit.
Manchmal mehr, als einem lieb ist.
Manches lässt einen ratlos zurück.
Manches auch tief berührt.
Weil man eine Ahnung davon bekommt, wie schwer manches ist.

Und in diese ganzen Eindrücke üben wir unsere Lieder für unsere Weihnachtsfeier.
Die Kinder so aufgeregt.
Jedes einzelne sehe ich heute noch einmal anders.
Mit einer Ahnung, warum das manchmal eben gar nicht so einfach ist.

Mit der Ordnung.
Und dem leise sein.
Mit den langen Schultagen.
Die im Dunkeln beginnen und für mache auch im Dunkeln erst enden.
Und warum all’ die Zahlen keinen Platz im Kopf finden, wenn das Herz so voll ist.
Und ich mich manchmal frage, warum ich das überhaupt alles mache.

Unten im Flur steht ein kleiner Junge mit geschlossenen Augen vor dem großen Weihnachtsbaum.
Versunken.
Ich schaue ihn an, er dreht sich langsam um und sagt: „Ich liebe es, wie Weihnachten riecht. Ich liebe das.“
„Ich auch“, sage ich und lächele ihn an.
„Ich auch.“

Und mein Herz läuft über.
Darum.
Weil es nie umsonst ist.
Nie.

Sei dir gut ❤️

Seit zwölf Tagen zeigst du mir jeden Tag, „dass du keinen Bock hast“. Du schaust mich mit deinen großen braunen Augen an...
27/08/2022

Seit zwölf Tagen zeigst du mir jeden Tag, „dass du keinen Bock hast“.
Du schaust mich mit deinen großen braunen Augen an. Ich mag dich. Aber du forderst mich heraus. Bringst mich an meine Grenzen.
Nicht im Außen, sondern in mir.
Ich frage mich, wie ich es schaffen kann, dein Vertrauen zu gewinnen.
Ich frage mich, wie ich es schaffen kann, dass du dich ein wenig anstrengst. Weil der Gedanke an die Notengebung mir jetzt schon das Herz bricht.

Wenn ich dich lobe, scheint es dir egal zu sein.
Wenn ich dich frage, wie wir beide das schaffen können, wendest du dich ab.

Du bist eines der Kinder, dass ich mit nach Hause nehme. Ich mag dich. Ich weiß, dass mehr in dir steckt. Sehe mehr, als du vielleicht ahnst und dir selbst zu traust.
Aber dich „ans Arbeiten kriegen“ - das kann ich nicht. Das musst du lernen. Das musst du wollen.
Das ist dein Wachstumsbereich.

Also lasse ich dich mit mir ankommen.
Halte dich aus.
Warte zu.
Kommentiere es nicht, wenn du mir grinsend am Ende der Stunde zeigst, das du gar nichts gemacht hast.
Und wartest auf eine Reaktion.
Du bekommst sie nicht.

Was du bekommst?
Folgenden Satz: „Ich weiß, dass du das alles kannst. Ich nehme wahr, dass du dich entschieden hast, nicht zu arbeiten.
Ich wünsche mir, dass du dich morgen anders entscheiden kannst.“

Ich lasse dich nicht nacharbeiten. Ich rege mich nicht auf.
Und gestern, als ich einem anderen Kind etwas kläre, spüre ich plötzlich deinen Arm, der mich umschlingt. Du kuschelst dich an mich und sagst: „Ich bin fertig.“

Ich schaue in deine braunen Augen und drücke dich. Ich bin stolz auf dich. Du bist über deinen Schatten gesprungen. Und ich hoffe, dass das der Anfang für dich ist. Und für uns beide.

Ankommen braucht Zeit. Sich kennenlernen und Vertrauen braucht Zeit. Ich denke, dass wir das in Schule häufig zu wenig im Blick haben, dass das Herz auch ankommen muss. Und dass das manchmal schwerer als gedacht ist.

Sei dir gut ❤️

„Ich habe einen Verweis bekommen!“ sagst du und strahlst über das ganze Gesicht, als wir gemeinsam beim Mittagessen sitz...
22/08/2022

„Ich habe einen Verweis bekommen!“ sagst du und strahlst über das ganze Gesicht, als wir gemeinsam beim Mittagessen sitzen.
Man sieht dir deinen Stolz an. Endlich stand dein Name auch einmal an der Tafel. Sehr lange hast du überlegt, ob du dich trauen solltest.
Am liebsten bist du nämlich eine stille, feine Beobachterin. Du hast über Wochen geschaut, was man machen muss, damit der eigene Name an die Tafel kommt. Und irgendwann deinen ganzen Mut zusammengenommen: „Ich war laut und habe freche Dinge gesagt und nicht aufgehört, als wir es sollten“, sagst du voller Glück.

Und ich? Freue mich mit dir. Dieser Verweis ist dein Mutausbruch. Einer, der dafür sorgst, dass du dich zukünftig traust, dich mehr zu melden und dem Gewicht deiner Worte zu trauen.

Für für viele Kinder beginnt in den kommenden Wochen wieder die Schule. Auch für uns Lehrkräfte und Schulleitungen.
Ich wünsche uns, dass wir Erwachsenen in Schule uns trauen ehrlich mit uns selbst zu sein: Wo brauchen wir einen Mutausbruch? Einen, der uns vielleicht aus unserer gefühlten Schwäche führt und uns stärkt?
Wo dürfen wir mehr Ehrlichkeit wagen und damit den Raum für Verständnis und Miteinander öffnen?

Ich wünsche uns Eltern und Lehrkräften, dass wir mit großem Herzen und ganz viel Wertschätzung genau hinsehen und hören. Nachfragen und Zuhören. Und vor allem: Zeit zum Ankommen schenken. Zum sich ein- und wiederfinden. Und jedem Kind ganz viel Rückenwind in dieses neue Schuljahr geben: Du bist willkommen.
Ich sehe dich.
Du bist viel mehr als das, was wir auf den ersten Blick wahrnehmen.
Du bist genug.
Schön, dass du da bist. ❤️

Morgen starte ich in „meiner Klasse“ als Fachlehrerin. Ich werde ein viertes Schuljahr im Fach Mathematik und Musik unte...
21/08/2022

Morgen starte ich in „meiner Klasse“ als Fachlehrerin. Ich werde ein viertes Schuljahr im Fach Mathematik und Musik unterrichten.

Als Lehrkraft bin ich verantwortlich, einen Eindruck über den Lernstand der Klasse zu bekommen. Wir werden in den kommenden Tagen in Ruhe Inhalte aus der Klasse 3 wiederholen. Diagnosetest helfen, das Wissen der Kinder gut abzubilden.

Für mich ist es ebenso wichtig zu wissen, „WIE“ es meinen Schülern geht. So gelingt es, ihnen auf der Beziehungsebene begegnen.
Letzte Woche brachte ich dieses Glas mit in den Unterricht.
Eine Aufgabe war, dass die Kinder sich Ziele für das Schuljahr aufschreiben. Das erleichtert es mir, sie zu ermutigen und zu bestärken, wie sie diese Ziele erreichen.

Mit einer anderen Farbe schrieben sie Sorgen oder Ängste im Fach Mathematik auf. Und diese Zettel sind nicht nur hilfreich für mich, sondern sehr berührend

HIER liegt viel Gold begraben: Wenn ich mir als Lehrkraft diese Dinge zu Herzen nehme, unterrichte ich bedürfnisorientiert.
Lernen gelingt, wenn Fehler Wachstum bedeutet. Wenn ich die Sicherheit habe, dass ich „nicht dumm“ bin - sondern gut so, wie ich bin. Und dass ich bestärkt und nicht entmutigt werde.

Probier doch so etwas in den ersten Schultagen mal aus. Es bereichert dich und deinen Blick auf deine Schüler.

Sei dir gut ❤️

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