15/09/2026
Die Rose und das Ideal der Schönheit
„Wahre Schönheit allein kann die Welt retten.“ (Fjodor Dostojevski)
Auf dieser Suche nach Schönheit begegnen wir Dostojewski selbst in allen seinen Romanen.
Es heißt, dass er jedes Jahr nach Dresden gefahren ist, um dort lange Zeit vor Raffaels „Sixtinischer Madonna“ zu verweilen.
Auf der anderen Seite spüren wir auch , wie er in seinen meisterhaften Erzählungen die seelischen menschlichen Abgründe seiner fiktiven Charaktere auslotet.
In diesem Ringen um die Suche nach Schönheit, erkennen wir die Sehnsucht jeglichen menschlichen Daseins angesichts allen Leids und Elends in der Welt.
Es ist uns schon aus der Antike überliefert, dass der Philosoph Platon die Schönheit mit dem Guten und Wahren identifizierte.
Im Schönen offenbart sich das Wesentliche, das Göttliche in seiner Vollkommenheit.
So heisst es bei Platon im „Symposion“: „wenn es etwas gibt, wofür es zu leben lohnt, dann ist es die Betrachtung des Schönen…..Angesichts des Schönen wird die Seele selbst angetrieben, Schönes hervorzubringen.“
Wobei die Schönheit nicht nur eine sinnliche Qualität des Körpers ist. Es ist die innere, geistige Herzensqualität, die die schöne Seele kennzeichnet; und das ergibt eine besondere Ausstrahlung, die uns den Eindruck von Schönheit vermittelt, unabhängig vom Alter und Äußeren des Menschen.
So versteht auch Dostojewski die Schönheit als Seelenschönheit, als moralische und geistige Reinheit eines Menschen.
Diese Art der „Seelenschönheit“ versinnbildlicht die aufgeblühte rote Rose für den Studierenden von A.M.O.R.C.
Sie dient als angestrebtes Ideal, um der bewussten Selbsterfahrung, (Selbstentfaltung) der Schönheit des wahren Selbst, des Christus in uns, näher zu kommen.
Inwieweit dieses Ideal der Rose/Seelenschönheit, der inneren Verwandlung, einer veränderten Herzenshaltung verwirklicht wird, zeigt sich im Alltag.
Der Betreffende wird in allem dem Ideal der Schönheit folgen: in einer sorgfältigen, gepflegten Kleidung, aufrechten selbstbewussten Haltung, aufbauende Wortwahl, einer wohlklingenden Stimme und Zuversicht, Gelassenheit und Lebensfreude ausstrahlenden Gesamterscheinung sowie schönen Handlungen.
Wenn man die augenblicklichen Krisen in der Welt verfolgt, dann scheint es nahezu unmöglich, an diesem Ideal der Schönheit festzuhalten. Aber wie heisst es schon in der Fama Fraternitatis dem ersten Manifest der Rosenkreuzer von 1614:
„dass doch endlich der Mensch seinen Adel und seine Herrlichkeit verstünde..“
Darum ist es vornehmste Aufgabe jedes Rosenkreuzers, sich immer wieder um diese Rückeroberung des Ideals der Schönheit in seinem Alltag zu bemühen..
Um mit Dostojewski zu schließen. Für ihn war Jesus Christus Beispiel, Urbild unseres Weges für die ethische und religiöse Dimension der Schönheit. „Er pflanzte sie in die Seele der Menschen, so dass sie alle durch diese Schönheit zu Brüdern werden und Schönheit auch in der perversesten Seele der Menschen noch sehen.“
B.K.