Aktion Jugendschutz Bayern e.V.

Aktion Jugendschutz Bayern e.V. Als Fachinstitution im erzieherischen Jugendschutz bietet die Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e.V.

(aj) Informations- und Arbeitsmaterialien, Fachberatung und Fortbildungen für Pädagogen und Eltern an.

Ein Kind, das ständig aneckt, hat nicht automatisch schlechte Erziehung erlebt.Manchmal liegt hinter Verhalten, das wie ...
09/09/2026

Ein Kind, das ständig aneckt, hat nicht automatisch schlechte Erziehung erlebt.

Manchmal liegt hinter Verhalten, das wie Trotz oder fehlende Disziplin aussieht, eine Schädigung, die schon vor der Geburt entstanden ist.

Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD) betreffen laut Schätzungen jedes Jahr rund 13.000 Kinder in Deutschland, viele davon ohne äußerlich erkennbare Merkmale. Gerade diese Kinder werden oft falsch eingeordnet, weil ihre Schwierigkeiten keine sichtbare Erklärung haben.

Am 9. September, dem Tag des alkoholgeschädigten Kindes, geht es genau darum: eine häufige, aber wenig bekannte Beeinträchtigung sichtbarer zu machen.

Vielleicht kennt ihr aus eurem Alltag ein Kind, bei dem die üblichen Erklärungen einfach nicht gepasst haben.

👉 Was macht ihr in solchen Momenten, wenn ein Verhalten sich euren gewohnten Deutungsmustern entzieht?

03/09/2026

„Die Scham muss die Seite wechseln." Dieser Satz von Gisèle Pelicot ist um die Welt gegangen. Was bedeutet er für unsere Arbeit mit Jugendlichen? 💭

Niemand will Scham empfinden. Sie ist wie der Schwarze Peter im Kartenspiel: unangenehm, schmerzhaft, wird am liebsten sofort weitergereicht. Anders als Schuld betrifft sie nicht nur eine einzelne Tat, sondern die ganze Person und rührt an Grundbedürfnisse wie Anerkennung, Schutz und Zugehörigkeit. Schaut man genauer hin, zeigt sich oft: Scham weist auf verletzte Menschenwürde hin und erklärt einiges, was dir im Alltag begegnet, von Rückzug über Aggression bis zu (sexualisierter) Gewalt als Schamabwehr.

Genau darum geht es in unserer Fortbildung „Die Scham muss die Seite wechseln": Scham und ihr Potenzial für die sexuelle Bildungsarbeit, mit Hintergrundwissen, Praxisbeispielen und Methoden für deinen Arbeitsalltag mit Jugendlichen.
📅Mo, 5. Okt 2026, 10:30 Uhr - Di, 6. Okt 2026, 16:00 Uhr in München

Wann hast du zuletzt Scham bei einem jungen Menschen bemerkt? Wie bist du damit umgegangen? 👇

Nicht jede Stimmungsschwankung ist Pubertät und nicht jede negative Auffälligkeit ist Sucht.Rückzug, Leistungsabfall, Ge...
01/09/2026

Nicht jede Stimmungsschwankung ist Pubertät und nicht jede negative Auffälligkeit ist Sucht.

Rückzug, Leistungsabfall, Gereiztheit – all das gehört für viele Jugendliche zur normalen Entwicklung. Gleichzeitig können genau diese Anzeichen der Anfang einer Suchtentwicklung sein. Der Unterschied zeigt sich selten in einem einzelnen Moment, sondern im Muster über mehrere Wochen und in verschiedenen Lebensbereichen.

Für Fachkräfte, die Kinder und Jugendliche über längere Zeit begleiten, ist genau das ein Vorteil: Ihr seht Entwicklungen, die einzelnen Beteiligten oft verborgen bleiben.
Bevor ihr das Gespräch sucht, kann ein kurzer Realitätscheck im Team helfen.

Uns bei Unsicherheiten? Ansprechpartner*innen findet man z.B. bei der Jugendsuchtberatung oder Erzierhungsberatung.

Woran merkt ihr in eurem Alltag, dass ein Verhalten über die übliche Pubertät hinausgeht? 👇

Ein*e Jugendliche*r, der/die stundenlang scrollt, hat kein Willensproblem. Jugendliche nutzen eine App, die von Hunderte...
27/08/2026

Ein*e Jugendliche*r, der/die stundenlang scrollt, hat kein Willensproblem. Jugendliche nutzen eine App, die von Hunderten Ingenieur*innen so gebaut wurde, dass sie nicht aufhören können.

Die Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026" zeigt: 60 % der Schüler*innen weisen ein Nutzungsverhalten auf, das als suchtähnlich eingestuft wird. Das ist kein Zufallsbefund. Plattformen sind darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit zu maximieren – durch Benachrichtigungen, endloses Scrollen und Belohnungsschleifen, die bei Jugendlichen besonders wirksam ansetzen, weil der Teil des Gehirns, der Impulse kontrolliert, noch bis Mitte 20 reift.

👉 Erkläre Jugendlichen konkret, wie Algorithmen (Dark Patterns) funktionieren – nicht als Warnung, sondern als Wissen. Wer den Mechanismus versteht, kann sich bewusster verhalten.
👉 Schaffe handyfreie Räume und benenne das Warum. Ohne Erklärung wird das Verbot zum nächsten Regelwerk, das es zu umgehen gilt.
👉 Nutz deine eigene Medienbiografie als Gesprächseinstieg. Wie gehst du selbst mit Ablenkung und Bildschirmzeit um?

💬 Was hat sich bei euch beim Umgang mit Smartphone-Nutzung wirklich bewährt?

„Ich spiele ja nicht jeden Tag.“ Diesen Satz hören Fachkräfte immer wieder und er klingt erstmal harmlos. Aber Glücksspi...
25/08/2026

„Ich spiele ja nicht jeden Tag.“
Diesen Satz hören Fachkräfte immer wieder und er klingt erstmal harmlos. Aber Glücksspiel unter Jugendlichen ist längst kein Randthema mehr.

📊 Aktuelle Studien zeigen: Rund 17 % der 14- bis 17-Jährigen spielen mindestens einmal im Monat – obwohl es gesetzlich verboten ist. Und etwa 1,7 % zeigen bereits problematisches Spielverhalten. Das ist prozentual sogar mehr als bei Erwachsenen.

Problematisch wird es nicht erst, wenn täglich gespielt wird.
Sondern wenn Spielen zur Gewohnheit wird, wenn die Verluste Druck auslösen und Gedanken ständig ums nächste Spiel kreisen. 🔁🧠

Deshalb braucht es im Schulalltag keine Moralpredigt – sondern Gesprächsbereitschaft. 👂

Und das gelingt dir zum Beispiel so:
„Okay – und was passiert, wenn du verlierst?“
„Wie fühlt sich das für dich an?“
„Lass uns überlegen, wie du das im Griff behältst.“

Prävention beginnt nicht mit Verboten, sie beginnt mit ehrlichem Interesse.

💬 Wie erlebst du das Thema Glücksspiel bei Jugendlichen?
Welche Gesprächseinstiege funktionieren für dich?

Ein Kind, das nie klettern durfte, weiß nicht, wie hoch zu hoch ist.Risikokompetenz ist die Fähigkeit, sich aktiv mit Wa...
19/08/2026

Ein Kind, das nie klettern durfte, weiß nicht, wie hoch zu hoch ist.
Risikokompetenz ist die Fähigkeit, sich aktiv mit Wagnis auseinanderzusetzen und daraus zu lernen.

Was wie ein Argument für mehr Freiheit klingt, ist eigentlich eines für bessere Prävention: Kinder, die früh lernen, Risiken einzuschätzen, entwickeln Selbstwirksamkeit, Frustrations­toleranz und Resilienz. Und das sind genau die Schutzfaktoren, die vor Sucht und Gewalt schützen.

Das neue FREUNDE-Praxistool „Wildes Spiel" gibt euch konkrete Methoden an die Hand, um Wagnisräume zu gestalten. Rechtlich abgesichert und entwicklungsfördernd.

👉 Mehr zum FREUNDE-Programm und zur Fortbildung: Link in Bio → kitaprogramm-freunde.de

💬 Wo zieht ihr in eurer Einrichtung die Grenze zwischen Risiko und Gefahr – und habt ihr schon bewusst Wagnisräume eingerichtet?

5 Fragen, die bei Jugendlichen sofort einen Perspektivwechsel auslösen können 👀Statt zu diskutieren, stell die richtigen...
17/08/2026

5 Fragen, die bei Jugendlichen sofort einen Perspektivwechsel auslösen können 👀

Statt zu diskutieren, stell die richtigen Fragen:
👉 „Wie kommst du darauf?“
👉 „Hast du das selbst erlebt?“

So öffnest du Gespräche und brichst Denkmuster auf:
👉 „Gibt es auch Ausnahmen?“
👉 „Woher hast du die Info?“

Mach Konsequenzen sichtbar und hilf, Vorurteile zu hinterfragen:
👉 „Was würde das für dich oder andere bedeuten?“

➡️ Perspektivwechsel beginnt im Kopf, nicht durch Argumente, sondern durch Nachdenken.

Hast du schon einmal erlebt, dass Jugendliche wirklich umdenken? Wie ist es dazu gekommen?

Der erste Kontakt mit Glücksspiel passiert früher, als viele denken und oft völlig unauffällig. Nicht im klassischen Set...
13/08/2026

Der erste Kontakt mit Glücksspiel passiert früher, als viele denken und oft völlig unauffällig.

Nicht im klassischen Setting, sondern eingebettet in Lebenswelten von Jugendlichen: im Gaming 🎮, auf Social Media 📱, im Freundeskreis 👥

Gerade diese frühen, scheinbar harmlosen Berührungspunkte prägen, wie Glücksspiel wahrgenommen wird – lange bevor es überhaupt um echtes Geld geht.

Für dich als Fachkraft bedeutet das:
Glücksspiel ist nicht immer sofort sichtbar, sondern zeigt sich oft indirekt im Alltag junger Menschen.

Ein genauer Blick auf diese Kontexte kann helfen, frühzeitig ins Gespräch zu kommen und Risiken einzuordnen – bevor problematische Entwicklungen entstehen.

💬 Wo nimmst du solche „unauffälligen“ Berührungspunkte in deiner Praxis wahr?

12/08/2026

Jugendliche sind nicht nur unsere Zukunft, sie sind schon heute wichtig! 🌟

Doch die Herausforderungen sind groß: Digitaler Druck, Klimasorgen und psychische Belastungen begleiten ihren Alltag.

Wie können wir sie am besten unterstützen? Indem wir zuhören, Mut machen und sichere Räume schaffen, in denen sie wachsen können. 💬👫

Lasst uns gemeinsam stark für die Jugend sein! 💪

Kinder schon im Kita-Alter stark machen, bevor Probleme entstehen: Das ist die Idee hinter unserem Programm FREUNDE. Zum...
11/08/2026

Kinder schon im Kita-Alter stark machen, bevor Probleme entstehen: Das ist die Idee hinter unserem Programm FREUNDE.
Zum 01. Dezember 2026 suchen wir dafür eine:n Sozialpädagog:in als Fachreferent:in (m, w, d), 21 Stunden, zunächst befristet bis 31.12.2027.
FREUNDE fördert soziale und emotionale Kompetenzen bei Kindern in Kitas und wirkt so früh wie möglich sucht- und gewaltpräventiv.
Als Fachreferent:in begleitest Du die Implementierung von FREUNDE in ganz Bayern, baust unser Trainer:innen-Netzwerk mit auf, gestaltest Fortbildungen und entwickelst neue Inhalte für Seminare und Öffentlichkeitsarbeit.
Freude an Netzwerkarbeit, Interesse an Frühpädagogik und Lust auf ein Team mit flexiblen Arbeitszeiten und echter Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Dann bist Du bei uns richtig!
Bei uns sind alle Bewerbungen willkommen, unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Behinderung, Religion, Weltanschauung, sexueller Orientierung und Identität.
👉 Alle weiteren Infos und Angaben zur Bewerbung findest Du auf unserer Homepage!
www.kitaprogramm-freunde.de
Wir freuen uns auf Deine Bewerbung ❤️

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80636

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