Psychoanalyse auf der Roten Couch

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Spannende Vorträge und Diskussionen zu psychodynamischen Themen

Informationen zu unseren Vorträgen findest Du
.auf der Psycho-Fachschaft-Homepage:
https://www.psy.lmu.de/fachpsy/studium/rotecouch/index.html
.auf Instagram:

Bald ist es soweit: das Wintersemester 2023 startet, und wir haben auch für dieses Semester bereits ein sehr spannendes ...
15/10/2023

Bald ist es soweit: das Wintersemester 2023 startet, und wir haben auch für dieses Semester bereits ein sehr spannendes Programm vorbereitet.

Die Vortragsreihe im Detail:

“Vertiefung in die Oberfläche: Ein linguistischer Ansatz zur Erfassung des Unbewussten im Therapiealltag”
(Armin Zemann-Caspary)

Wie schlagen sich unbewusste Konflikte im Sprechakt nieder? Können Abwehrformen an der Sprache erkannt und differenziert werden? Ist die Sprachpraxis von PatientInnen nach Störungsbildern unterscheidbar, sprechen z.B. ZwangspatientInnen anders als AngstpatientInnen? Die Aufmerksamkeit der sogenannten Konversationsanalyse richtet sich unabhängig vom Inhalt auf die Frage: Wie wird etwas gesagt? An Fallbeispielen werden mehrjährige Erfahrungen und Forschungsergebnisse vorgestellt, die eine Gruppe von KollegInnen zusammen mit Prof. Michael Buchholz von der IPU erarbeitet hat.

Armin Zemann-Caspary ist Psychoanalytiker in eigener Praxis und Lehrtherapeut bei der DGPT. Vor seiner Ausbildung zum Psychoanalytiker war er als Unternehmensberater und im Personalwesen in der Finanzbranche tätig.

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“Forensische Psychotherapie” (Hans-Werner Saloga)

Stetig steigt die Delinquenz bei Jugendlichen und Erwachsenen, wie auch die Prävalenz von psychischen Störungen. Viele Bestrebungen gab und gibt es, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Es wurden verschiedene Strategien und Therapiemodelle entwickelt und vieles publiziert.
Der analytischen Psychotherapie mit dissozialen Jugendlichen wurde schon sehr früh in Wien Beachtung geschenkt. Heute jedoch wird die psychoanalytische Behandlung von Straftätern eher stiefmütterlich behandelt und bei Kongressen und in Hörsälen hört man wenig darüber.
Muss also psychoanalytische Psychotherapie kapitulieren vor schweren dissozialen Fehlentwicklungen? Wirkt sich die Kombination von persönlicher und sozialer Störung derart negativ auf die Indikationsstellung aus, dass Hauptprobleme wie „mangelnde Motivation“ und „Unfähigkeit ein Arbeitsbündnis einzugehen“ zu therapeutischer Resignation führen? Oder liegt gerade darin eine Chance?
Diese Einführung will versuchen, die Möglichkeiten und Grenzen forensischer Psychotherapie aufzuzeigen und zu diskutieren.

Herr Saloga arbeitet tiefenpsychologisch fundiert als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut und ist seit 1985 in eigener Praxis tätig, mit Spezialisierung in den Bereichen “Asperger”, “forensische Psychotherapie” und “Psychoonkologie”. Darüber hinaus ist er Mitglied verschiedener Fachgesellschaften und als Dozent in den Ausbildungs- und Studiengängen von PsychotherapeutInnen und PsychologInnen tätig.

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“Die fehlende Evidenz Psychodynamischer Therapieverfahren - (k)ein alter Hut?!” (Prof. Dr. Cord Benecke)

“Einer der hartnäckigsten Mythen in der Klinischen Psychologie lautet: Es gibt keine Evidenz für die Wirksamkeit Psychodynamischer Psychotherapie, und schon gar nicht für Psychoanalyse. Im Vortrag soll dieser Mythos anhand der aktuellen Befundlage zur Wirksamkeit aber auch zu Prozess-Outcome-Zusammenhängen überprüft werden. Gleichzeitig sollen sowohl die vorherrschenden Studiendesigns der Wirksamkeitsforschung als auch die Empirie-kritische Haltung vieler Psychoanalytiker:innen kritisch hinterfragt werden.”
Prof. Dr. Cord Benecke ist psychoanalytisch ausgebildeter Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Kassel. Er forscht seit Jahrzehnten rund um die psychodynamische Therapieform, ist Mitglied renommierter Gesellschaften und Autor mehrerer Fachbücher.

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“Liebe essen Seele auf. Die Angst vor der Liebe im analytischen Setting” (Gerhard Hummel)

Im Jahre 1882 floh Joseph Breuer panisch aus dem Hause von Anna O., als sie sich in heftigen Wehen wand bei der „Geburt“ eines phantasierten gemeinsamen Kindes. Er hatte mit der attraktiven und kreativen jungen Frau über 1000 Stunden die ersten Ansätze der Psychoanalyse erprobt. Nach heutiger Kenntnis muss man wohl annehmen, dass Breuer seine erotische Gegenübertragung nicht erkennen und damit auch das komplexe Begehren von Anna O. nicht sehen konnte.
Diese Angst vor den Fallstricken der Liebe steckt der Psychoanalyse bis heute in den Knochen. Seit Freuds „Bemerkungen zur Übertragungsliebe“ von 1916 drehen sich die wissenschaftlichen Beiträge zum Thema erotisches Übertragungsfeld häufig um die Deutung der Übertragungs- und Gegenübertragungsliebe als Abwehr negativer Übertragung. Auch versuchen namhafte Autoren vergeblich, „wahre“ Liebe von der Übertragungsliebe zu unterscheiden. Eine Liebe, die sich im Spektrum von Sympathie bis zu heftigem sexuellen Begehren bewegen kann. Untergründig schwelt die Angstvorstellung, dass zu viel an Liebe zum Missbrauch führen muss.
Trotz der scheinbaren Liberalisierung von Sexualität in unserer Gesellschaft muss dieses Thema in Supervisionen und Lehranalysen immer wieder mit der Zange geboren werden. Gleichzeitig ist der Missbrauch in therapeutischen Beziehungen skandalöse Realität, die sich trotz Bewusstseinsbildung und Diskurs in den vergangenen Jahren nicht erkennbar verändert hat. Mit dem Kurzschluss „Eros führt zu Missbrauch“ wird verdeckt, dass Eros im analytischen Setting nach Edith Parsons nicht nur Minenfeld sondern auch Goldmine sein kann – das Gold von Kreativität, von Lust an Erkenntnis und Mut zu Veränderung.
In dem Vortrag will ich versuchen, der Geschichte und Genese der beschriebenen Angst nachzugehen und mit dem besseren Verständnis über die Hintergründe diese Angst vor dem Eros zu vermindern. Ich will weiter den Nachweis führen, soweit in der Kürze der Zeit möglich, dass sexueller Missbrauch im analytischen Setting mit Liebe nichts zu tun hat, sondern eine Perversion von Liebe darstellt. Der kreative Umgang mit dem Begehren der PatientInnen und dem eigenen Begehren braucht Mut, die Goldmine liegt nicht an der Oberfläche. Aber wenn wir das Begehren verdrängen, kann es in veränderter und unwillkommener Form wiederkehren. Das haben wir von Freud gelernt.
In dubio pro libido.

Gerhard Hummel ist Facharzt für Psychotherapie und Psychosomatik. Er ist als Psychoanalytiker, Lehranalytiker und Supervisor (MAP, DGPT) tätig. Seit vielen Jahren gibt er Workshops zum Thema erotische Übertragung.

Wir freuen uns auf Eure Teilnahme vor Ort!

25/05/2023

Im Juni und Juli starten die Arbeits- und Lesekreise in der Gesellschaft für Psychoanalyse & Kulturtheorie. Wir laden alle Interessierten herzlich ein und freuen uns auf bekannte und neue Gesichter. Anmeldung und weitere Infos: https://www.signorelli.de/ueber/verein

Liebe Freunde der Psychoanalyse,anbei schonmal ein kleiner Teaser für unser Programm des kommendes Sommersemesters 2023,...
23/04/2023

Liebe Freunde der Psychoanalyse,

anbei schonmal ein kleiner Teaser für unser Programm des kommendes Sommersemesters 2023, welches wir für Euch zusammengestellt haben.

Der erste Vortragsabend ist am 3. Mai von Jenny Willner zum Thema "Männliche Hysterie und Antisemitismus. Eine Vorgeschichte der Psychoanalyse".

Notiert Euch doch schon mal die Abende für eine Teilnahme vor Ort an der LMU - wir freuen uns auf spannende, interaktive Abende.

Liebe Interessierte!Auch in diesem Wintersemester 2022 haben wir wieder eine spannende Vortragsreihe für Euch Psychologi...
06/11/2022

Liebe Interessierte!

Auch in diesem Wintersemester 2022 haben wir wieder eine spannende Vortragsreihe für Euch Psychologiestudierende und anderweitig an psychodynamischen Themen Interessierte zusammengestellt. Es erwarten Euch spannende, interaktive Vorträge:

23. November 2022, 19:00 (Raum 2201, Leo 13):
“Traumatische Verluste und Traumatische Trauer” (Andrea Eckert)

14. Dezember 2022, 19:00 (Raum 2201, Leo 13):
"Psychosomatische Symptome als Niederschlag psychisch nicht bewältigter Beziehungserfahrungen" (Dr. Christoff Ehmer-von Geiso)

11. Januar 2023, 19:00 (Raum 2201, Leo 13):
“Emerging Adulthood - Therapie älterer Jugendlicher und junger Erwachsener” (Dr. Ulrike Zimmer)

18. Januar 2023, 19:00 (Raum 2201, Leo 13):
“Bindungstheorie und Depression” (Martin Pröstler)

Die Vortragsreihe im Detail:

“Traumatische Verluste und Traumatische Trauer” (Andrea Eckert).
Wir sind ein Leben lang konfrontiert mit Verlusten, Abschieden und Trennungen. Reale Verluste sind etwas, das man nicht einfach ungeschehen machen kann und etwas, das traumatisch sein kann. Was unterscheidet einen traumatischer Verlust von jenen Verlusten, an denen wir wachsen können? Wie unterschieden sich normale Trauer und traumatische Trauer und was hat die Psychoanalyse dazu zu sagen? Darum soll es an diesem Abend gehen.

"Psychosomatische Symptome als Niederschlag psychisch nicht bewältigter Beziehungserfahrungen" (Dr. Christoff Ehmer-von Geiso).
Aus psychoanalytischer Sicht kann die Manifestation psychosomatischer Symptome zahlreiche Funktionen haben. Dieser Vortrag fokussiert die Funktion der psychischen Bewältigung traumatischer frühkindlicher Beziehungserfahrungen. Damit wird eine spezifische Form der sog. psychischen Abwehr auf der Ebene unbewusster seelischer Vorgänge näher erläutert. Sollten teilnehmende Studierende bereits eigene klinische Erfahrungen mit Klient*innen/Patient*innen mit psychosomatischen Symptomen haben, dann können diese gerne zur konkreten gemeinsamen Betrachtung eingebracht werden.

“Emerging Adulthood - Therapie älterer Jugendlicher und junger Erwachsener” (Dr. Ulrike Zimmer).
Der Übergang zwischen Adoleszenz und jungem Erwachsenenalter stellt eine sensible Übergangsphase dar, in der besonders viele Entwicklungsherausforderungen zu bewältigen sind. Dafür wurde in den letzten 20 Jahren der Begriff „emerging adulthood“ (Arnett, 2004) geprägt, die Altersgruppe der 18-25 Jährigen rückte vermehrt in das Interesse von Forschung und Versorgung. Obwohl diese Altersgruppe in relevanter Zahl psychotherapeutische und/ oder psychiatrische Versorgung beansprucht, trägt das Versorgungssystem in Deutschland dem immer noch nicht genügend Rechnung. In diesem Seminar soll in die Besonderheiten der Behandlung älterer Jugendlicher bzw. junger Erwachsener eingeführt werden. Entwicklungspsychologische, psychodynamische, behandlungstechnische und rechtliche Aspekte sollen anhand von Fallbeispielen erläutert werden. Eine lebendige Diskussion ist erwünscht.

“Bindungstheorie und Depression” (Martin Pröstler).
Die Bindungstheorie ist eine empirisch fundierte Grundlage der psychodynamischen Psychotherapie mit zahlreichen Implikationen für das vertiefte Verständnis und die Behandlungstechnik psychischer Störungen. Ausgehend von den Postulaten der klassischen Bindungstheorie (John Bowlby und Mary Ainsworth) sowie den zeitgenössischen Weiterentwicklungen (Peter Fonagy und Mary Target) vermittelt der Vortrag die Bedeutung des Konzeptes der Bindung insbesondere für die Entstehung depressiver Störungen und gibt Einblicke in die Möglichkeiten der psychotherapeutischen Behandlung im Sinne einer mentalisierungsfördernden Psychotherapie.

Wir freuen uns auf Eure Teilnahme!
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