29/07/2022
Johannes-Kern-Schule für Demokratisches Handeln ausgezeichnet
Das Schüler*innenparlament der Johannes-Kern-Mittelschule wurde beim Junify Demokratiefestival in Berlin für Demokratisches Handeln ausgezeichnet. Vor zwei Jahren gründeten die Schüler:innen auf Initiative der Schulpastoral das Parlament als legitimierte Vertretung der Kinder und Jugendlichen an der Schule. „Demokratie ist einer der goldWERTE unserer Schule“, erklärt Schulseelsorger Armin Hückl, „doch Demokratie kann man nicht auf dem Papier lernen, sie muss gelebt werden.“ Mit der Parlamentsgründung sollten demokratische Entscheidungen auf verschiedenen Ebenen der Schulfamilie etabliert werden und die Schüler:innen eine Stimme erhalten. Die Kinder und Jugendlichen wählen das Parlament jeweils für ein Jahr. Dieses repräsentiert die Schüler:innen nicht nur gegenüber den Lehrkräften, sondern tritt auch an politische Entscheidungsträger:innen heran. „Wir nehmen unsere Schülerinnen und Schüler sehr ernst“, bestätigt Schulleiter Martin Krämer, „darum hat das Parlament an der Schule weitreichende Befugnisse und verfügt über eigene Gelder, die die Jugendlichen selbständig verwalten.“
Damit das Parlament nicht das einzige demokratische Gremium der Schule bleibt, führten die Parlamentarier:innen den wöchentlichen Klassenrat ein. „Im Klassenrat diskutieren die Schüler:innen über selbstgewählte Themen und entscheiden, wie sie gemeinsam als Klasse lernen wollen.“, erläutert Lehrer Uwe Baßler, der gemeinsam mit Schulseelsorger Armin Hückl, das Schüler*innenparlament betreut. „Die Kinder und Jugendlichen üben sich darin, über ihre Bedürfnisse zu diskutieren und zu verhandeln. Zudem lernen sie, in einem strukturierten Gremium feste Rollen einzunehmen.“
Darüberhinaus ist das Schüler*innenparlament in die Schulentwicklung einbezogen. So wurden von den Parlamentarier:innen Ziele und Handlungsschritte für die kommenden Schuljahre formuliert, die zu einem gelingenden Miteinander beitragen und die Schule zu einem Ort machen sollen, an dem man sich wohlfühlen kann. „In diesem Jahr haben wir Willkommensschilder an allen Türen angebracht, damit sich jede und jeder an unserer Schule willkommen fühlt – unabhängig von Herkunft, Kultur, Sprache, Religion, Geschlecht oder Sexualität,“ erläutert Schülersprecher Leon Meister. „Außerdem haben wir Musik- und Kletterpausen eingeführt und ein gesundes Frühstück initiiert, das nun vom Elternbeirat angeboten wird.“, ergänzt Sarah Kraus, erste Schülersprecherin an der Johannes-Kern-Schule. „Wir sind wirklich sehr stolz, dass die Arbeit unseres Schüler*innenparlaments gewürdigt wird. Das motiviert unsere Schülerinnen und Schüler natürlich, sich weiterhin demokratisch zu engagieren.“
Ende Juni konnten Schulseelsorger Armin Hückl, Schriftführer Florian Wischinski und Finanzminister Jannik Rößler die Auszeichnung für Demokratisches Handeln beim dreitägigen Junify Demokratiefestival im Jugendkulturzentrum „Weiße Rose“ in Berlin entgegennehmen. Neben einem bunten Rahmenprogramm mit Improtheater, Poetry Slam und einem Rapkonzert gab es verschiedene Workshops und eine Ausstellung im Rathaus Schöneberg, bei dem sich das Schüler*innenparlament präsentieren, sich über andere Projekte informieren und mit anderen Demokrat:innen vernetzen konnte. Der Wettbewerb des Fördervereins Demokratisch Handeln e.V. wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und von der Kultusministerkonferenz empfohlen. Er zeichnet seit über 30 Jahren Demokratieprojekte von jungen Menschen in ganz Deutschland aus.
„Demokratisches Handeln zahlt sich wirklich aus.“, freut sich der Finanzminister des Schüler*innenparlaments Jannik Rößler: „Wir sind auch vom Kultusminister als Vorzeigeprojekt zur Bewältigung der Corona-Beeinträchtigungen an Schulen ausgezeichnet worden. Dafür haben wir 1000 Euro bekommen. Das ist natürlich super!“ Und Schülersprecherin Mahtab Fathi ergänzt: „Außerdem wurden wir in den Schulversuch Schülerparlamente und Schulparlamente des Bayerischen Kultusministeriums aufgenommen. Wir hoffen, dass wir ein Vorbild für andere Schulen in Bayern sein können.“
Schulleiter Martin Krämer freut sich über die vielen Auszeichnungen und verbindet damit seinen Dank an die beiden großen Kirchen als wichtigste Kooperationspartnerinnen in der Schulentwicklung: „Schulpastoral und Schulseelsorge sind ein wirklicher Gewinn für unsere Schule. Herr Hückl und Frau Brehmeier-Strerath prägen seit vielen Jahren maßgeblich das Zusammenleben, die Werteerziehung und Integration an unserer Schule. Das ist ein echter Segen für uns!“
Bilder: Demokratisch Handeln e.V.