11/07/2026
Vor ein paar Tagen habe ich das letzte große Kapitel meines neuen Romans Krimhilds Vermächtnis geschrieben.
Es war eines dieser Kapitel, vor denen ich schon lange Angst hatte.
Weil es heftig und grausam ist.
Ich wusste schon lange, was darin passieren würde. Vielleicht habe ich mich gerade deshalb tagelang dagegen gewehrt.
Plötzlich dachte ich:
Das ganze Buch ist nichts.
Das funktioniert nicht.
Das wird niemand lesen wollen.
Vielleicht schaffe ich es einfach nicht.
An einem Samstag wachte ich mit Kopfschmerzen auf und dachte:
Na wunderbar. Mit Kopfschmerzen kann ich unmöglich schreiben.
Am Nachmittag fiel mir der erste Satz ein.
Und dann der zweite.
Ich weiß inzwischen: Wenn der erste Satz kommt – und gleich danach der zweite –, muss ich schreiben.
Dann hat sich irgendwo eine Tür geöffnet.
Und wenn ich nicht hindurchgehe, schließt sie sich vielleicht wieder.
Also setzte ich mich hin.
Und schrieb.
Es war heftig.
Denn wenn du über etwas Grausames, Schmerzhaftes oder zutiefst Menschliches schreibst, erfindest du es nicht einfach nur.
Es ist, als ob du es selbst durchlebst.
Auch wenn es Fiktion ist.
Du bist in diesem Raum.
Du hörst die Stimmen.
Du spürst die Angst.
Du weißt, was gleich geschehen wird – und kannst es trotzdem nicht verhindern.
Vielleicht habe ich mich früher genau deshalb oft gegen solche Geschichten gewehrt.
Ich wollte Komödien machen. Leichtigkeit. Menschen zum Lachen bringen.
Aber manche Geschichten verlangen etwas anderes von uns.
Sie wollen nicht, dass wir ihnen ausweichen.
Sie wollen, dass wir bleiben.
Ich bin also geblieben und hab das, was ich schon mit 9 Jahren im Kopf hatte, endlich zu Papier gebracht.
Die Arbeit ist noch nicht vorbei, jetzt kommt die Überarbeitung, das Einfangen der Magie. Aber das Wichtigste ist getan.
Einmal alles zu Papier zu bringen