In diesen Häusern Streifzüge durch deutsch-jüdische Berliner Vergangenheiten
Mikrofilm #09
Literarische Erkundungen zu Dokumenten aus dem Leo Baeck Institute
Hg. von Paul Brodowsky
freut sich: "Behutsam wird hier jener unüberwindliche Abstand gewahrt, den die Geschichte zwischen die Generationen setzt." sagt Kathleen Hildebrandt in der FAZ über Silvia Overaths "Anna Freud in Maresfield Gardens".
Ich bin käuflich: www.paechterhaus.de
heute abend in der weißen burg: letzte runde mikrofilm # 09. die beste gelegenheit das zu sehen ist heute oder in zwei jahren.
18/01/2010
20. Januar 2010// 21 h - Luisenstr. 8// es lesen: Frauke Schneider: Südliche Alpen, Kay Steinke: Adele Straus und Inga Mathwig: Praterstraße. Und: eine Audioinstallation zu Hannes Opel: Pawel Potozkij
18/01/2010
21. Januar 2010// 21 h - Goschenstr. 32// es lesen: Johanna Höhmann: Aus Zigarrenkisten, Olivia Wenzel: Bordighero spricht und Elisa Ring: Unser Gehör nach den Kriegen
18/01/2010
22. Januar 2010// 21 h - Weißenburger Str. 14// es lesen: Silvia Overath: Anna Freud in Maresfield Gardens, Celia Borm: Den Beutel in der Hand, Martin Bruch und Sebastian Polmans: Das ist ein langes Erzählen
Weißenburger Str. 14// Auf den Polstern sitzen Plüschtiere und kugeln ihre glasigen Augen. "Treten, treten, treten!" So stand ich mit hochgezogenen Schultern bis das Öffnen der Türen mich zu einer Bewegung zwang. Ich hatte in meinem Rucksack einen kleinen Nachttopf. "Nu guck nich so." Anna lächelt, sie wisse nicht, ob man im Jenseits stricken könne, das sei beunruhigend, wenn man genauer darüber nachdächte.
15/01/2010
Das Buch. Samt Mikrofilm-Schuber. Und Innenseiten. (Und Arbeitsplätzen.)
Goschenstr. 32 // Der Traum brachte die Erinnerung des Kindes wieder, Erinnerungen von denen man sagt, sie seien so mächtig zurückzukehren, wenn das Alter erst kommt. Die Lichter im Flugzeug erhellen den schmalen Korridor in einer senkrechten Geraden, wir erhoben uns und warteten. Ich kannte mal ein Mädchen, das war auch oft ganz erstarrt. Ich mochte das, dieses Anhalten, leider stehen wir nicht mehr in Kontakt.
Luisenstr. 8// Als die Passagiere schliefen, hielt er den Kopf zum Fenster, sodass seine Augen wählen konnten zwischen Landschaft und Gesicht. Durch die Luft schwingen Obertöne eines bronchialen Raschelns. "Himmeltransport?" Man holte die Bernsteine wieder hervor, die Schmuckstücke unten, von den Engländern oben, die nichts sahen vom Glanz, nur noch braun."Du wirst nicht." Im Wasser versinkt das Echo einer Träne.
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