07/08/2026
Wir waren eigens aus München angereist – vermutlich damals die einzigen Deutschen im Publikum. Denn Francesco Guccini war eben kein Eros Ramazzotti.
Brescia, Palasport San Filippo, 2007.
Seine nuschelnde Stimme, das erre moscia, der Bologneser Dialekt – ihn zu verstehen war selbst für viele Italiener nicht immer einfach. Und doch sangen Tausende jede Zeile mit.
Guccini war einer jener Liedermacher, zu dessen Konzerten die ganze Familie kam: nonni, genitori, figli. Seine Texte waren poetisch, politisch, melancholisch, manchmal voller Wut – und immer voller Haltung.
Unvergessen bleiben Lieder wie Dio è morto – von der RAI zensiert, vom Radio Vatikan gespielt – oder Auschwitz (La canzone del bambino nel vento), für mich eines der bewegendsten Lieder überhaupt.
Während meines Studiums in Bologna begegnete ich ihm ein paar Mal in der Trattoria da Vito. Er saß mitten unter den Leuten, vertieft in Gespräche, ohne Starallüren. Genau so hatte ich ihn mir immer vorgestellt.
Gestern ist Francesco Guccini im Alter von 86 Jahren gestorben. Mit ihm geht einer der größten italienischen Cantautori – ein Poet, ein Geschichtenerzähler und eine Stimme, die Generationen geprägt hat.
Grazie, Francesco. Per le tue canzoni. E per tutto quello che ci hai fatto pensare.