03/09/2026
J E D E S E X T R E M I S T U N G E S U N D.
Eine klare Haltung zu haben, ist wichtig. Für Tierschutz, für Verantwortung, für einen fairen Umgang mit unseren Hunden.
Problematisch wird es dort, wo aus einer Haltung ein Dogma wird.
Wenn nur noch richtig oder falsch, dafür oder dagegen existiert und kein Raum mehr für Fragen, Wissen und individuelle Lösungen bleibt.
Das begegnet mir in der Politik, im Veganismus, im Tierschutz, in der Windhundszene und genauso bei Hundeernährung, Haltung und Erziehung.
Auch beim Hund gibt es nicht die eine richtige Lösung für alle.
Ein gesunder Hund muss nicht jeden Tag nach einem perfekten Ernährungsplan gefüttert werden. Abwechslung kann sinnvoll sein. Und auch in der Natur kommt nicht jeden Tag derselbe Hase zur gleichen Zeit vorbei.
Genauso beim Thema Geschirr und Halsband: Als Hundephysiotherapeutin sehe ich keinen Sinn darin, grundsätzlich eines davon als einzig richtige Lösung zu erklären. Ein gut sitzendes Halsband kann für einen Hund völlig passend sein.
Und ein Hund muss nicht einfach „funktionieren“. Ich wünsche mir Hunde, die sich freiwillig an ihrem Menschen orientieren, weil Vertrauen, Kommunikation und Beziehung stimmen.
Auch im Tierschutz sollten wir nicht alles pauschal verurteilen. Kritisch sein? Unbedingt. Hinterfragen? Immer. Aber bitte auch informieren, bevor wir urteilen.
Denn:
Wissen verpflichtet.
Wenn ich weiß, dass eine Zuchtform Leid verursacht oder eine Ausbildungsmethode tierschutzrelevant ist, muss ich entsprechend handeln.
Aber Wissen entsteht nicht dadurch, dass ich nur Informationen konsumiere, die meine eigene Meinung bestätigen.
Und am Ende bleibt die Verantwortung beim Menschen, der dieses Tier in sein Leben geholt hat.
Nicht beim Tierarzt.
Nicht beim Ernährungsberater.
Nicht beim Hundetrainer.
Nicht beim Influencer.
Weniger Dogma.
Mehr Wissen.
Mehr Verantwortung.
Mehr Differenzierung.
Denn Individualität macht es kompliziert.
Aber genau darin liegt die Chance.