08/03/2026
Wir gratulieren Dr. Dr. h.c. Leon Weintraub und dem Projekt Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage vertreten durch Sanem Kleff herzlich zur Verleihung des Göttinger Friedenspreises!
Der Göttinger Friedenspreis setzt seit 1999 ein Zeichen für den Frieden und würdigt Menschen und Initiativen, die sich weltweit für eine friedlichere Welt einsetzen.
Wir sind glücklich, Dr. Leon Weintraub zum zweiten mal in Göttingen erleben zu dürfen. Am 27. Januar 2024 war er im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus" unser Gast.
Leon Weintraub wurde 1926 in Łódź geboren. Er überstand als Zwangsarbeiter das Ghetto Litzmannstadt, wurde nach Auschwitz-Birkenau deportiert, wo er dem für ihn vorgesehenen „Tod durch Vergasung“ entkam, indem er sich unbeobachtet einem Gefangenentransport anschloss. Er überlebte drei weitere Konzentrationslager, bevor ihm im April 1945 die Flucht von einem SS-Todesmarsch gelang.
Nach der Befreiung begann Leon Weintraub 1946 ein Medizinstudium in Göttingen. „Ich konnte mein Glück kaum fassen, als armer Judenjunge hier studieren zu können“, sagte er einmal über diese Zeit. Ab 1950 arbeitete Weintraub als Gynäkologe in Warschau, wo er 1966 zum Doktor der Medizin promoviert wurde, bevor er Polen 1969 in Folge des stärker werdenden Antisemitismus verließ und nach Schweden übersiedelte, wo er bis heute lebt.
Fotos: Katrin Raabe - Fotografie & Webdesign
23/01/2026
Absage!
Leider müssen wir die für Mittwoch, den 28.01.2026 geplante Filmvorstellung zum Thema Verschickungsheime im Kino Lumière absagen.
Wir hoffen auf einen Ersatztermin in der nächsten Veranstaltungsreihe.
Ausführliche Informationen zum Thema "Verschickungsheime" sind zum Beispiel auf dieser Webseite zu finden:
https://verschickungsheime.de
22/01/2026
Mädchenhimmel. Lyrik und Prosa von Lili Grün vor dem Vergessen bewahrt
Rezitation und Musik mit Carmen Barann und Martin Tschoepe
Sonntag, 25.01.2026, 17:00 Uhr
Ev.-reformierte Gemeinde, Untere Karspüle 11, Göttingen
Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V.
Lili Grün, geboren 1904 in Wien, verfasste Gedichte, Kurzgeschichten und drei Romane im Zeitstil der neuen Sachlichkeit. Nach der Okkupation Österreichs durch die Nationalsozialisten 1938 hatte sie als Jüdin keine Möglichkeit mehr zu publizieren.
Sie wurde 1942 aus Wien deportiert und sogleich nach ihrer Ankunft im weißrussischen Maly Trostinec ermordet. Ihr Werk wurde erst vor wenigen Jahren wieder entdeckt. Carmen Barann und Martin Tschoepe spüren in ihren Rezitationen dem Leben und Werk der Dichterin nach und schaffen es durch die eigens dafür komponierte Gambenmusik, die Stimmung der Worte hervorzuheben und die Atmosphäre der 30er Jahre in Wien und Berlin einzufangen.
21/01/2026
Wie erging es Wohnungslosen während der NS-Zeit? Dieser Frage geht eine aktuelle Sonderausstellung nach. Zu sehen ist sie noch bis zum 13. Februar in der Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945".
Mehr Infos hören Sie hier: https://www.stadtradio-goettingen.de/permalink_to?objid=e133860
21/01/2026
Gedenkveranstaltung zum 27. Januar
Ein Abend mit Gesprächen und jüdischen Liedern — mit der Zeitzeugin Rozette Kats, der Sängerin Mirjam van Dam und Ed Boekee am Klavier
Dienstag, 27.01.2026, 19:00 Uhr
Die Bündnisveranstaltung findet voraussichtlich im Altem Rathaus in Göttingen statt.
Die Niederländerin Rozette Kats, Jahrgang 1942, erfährt am Vorabend ihres sechsten Geburtstages, dass sie das Kind jüdischer Eltern ist, die den Holocaust nicht überlebt haben. Ihr Onkel, der einzige weitere Überlebende der Familie, vermag nicht, über die ermordeten Verwandten zu sprechen. Erst Mitte der 1980er Jahre bekommt sie von ihm das Hochzeitsbild ihrer Eltern. Später findet sie heraus, dass ca. drei Monate vor der Deportation der Eltern von Westerbork nach Auschwitz-Birkenau ihr Bruder geboren wurde. Es ist ein langer und schmerzlicher Prozess für Rozette Kats, mit dem Schatten der Vergangenheit leben zu lernen, der ihr vor allem durch ein vielfältiges Engagement in der Erinnerungsarbeit auf beeindruckende Weise gelungen ist. Rozette Kats hat in den vergangenen Jahren mehrfach an verschiedenen Schulen in unserer Region ihre Biographie erzählt. Im Jahr 2023 hielt sie im deutschen Bundestag eine Gedenkrede zum 27.Januar.
Musikalisch wird der Abend von der Sängerin Mirjam van Dam und Ed Boekee am Klavier untermalt. Sie werden Lieder aus der Zeit vor dem Krieg vortragen, als Juden in „Shtetels“ Osteuropas lebten.
KZ-Gedenkstätte Moringen
Bildungswerk ver.di in Niedersachsen
Roma Antidiscrimination Network RAN
Roma Center e.V.
NS-Familien-Geschichte e.V.
20/01/2026
„Ich hoffe es kommen bald andere Zustände in den Anstalten!“
Als homosexuell markierte Jugendliche im nationalsozialistischen Zwangserziehungssystem
Freitag, 23.01.2026, 19:00 Uhr
Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7 in Göttingen
Veranstaltet von OLAfA und Buchladen Rote Straße
1929 schildert der homosexuelle Jugendliche O. S. seine Gewalterfahrungen im Landeserziehungsheim Struveshof und hofft auf Besserungen in der Zukunft. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Verfolgung sexueller Vielfalt jedoch systematisch ausgeweitet.
Der Vortrag von Jako Wende beleuchtet einen bisher wenig beachteten Aspekt dieser Verfolgung: die sogenannte Fürsorgeerziehung. Jugendliche, die aus ihrem Umfeld gerissen wurden, um sie in Heimen zu institutionalisieren und zu indoktrinieren. Welchen Alltag und welche Gewalt erlebten sie in den Heimen? Und in welcher Form gab es Widerstand?
05/01/2026
Eugenia Adler. Erinnerungen aus der Hölle
Mittwoch, 07.01.2026, 18:00 Uhr
Holbornsches Haus, Rote Str. 34, Göttingen
Es lesen und berichten: Isa Rühling und Hannelore Mann
Intermezzi: Andreas Düker, Laute
Moderation: Lutz Heinke, freier Mitarbeiter in der Freien Altenarbeit Göttingen e.V.
Solidaritätsbeitrag: Wir bitten um einen Betrag von 5 bis 20 €
Veranstaltet von der Freien Altenarbeit Göttingen e.V.
Warschauer Ghetto; Majdanek; Auschwitz; Sankt Georgenthal — wie konnte sie überleben? Eugenia Adler, Göttinger Bürgerin seit ihrer Emigration 1968 aus Warschau, hat im August 1996 der Steven-Spielberg-Shoa-Stiftung ein Video-Interview gegeben. Ihre Tochter Halina hat es transkribiert und auf Englisch übersetzt, ihr Sohn Marian hat es seiner Schwägerin Isa Rühling übergeben, die das Manuskript ins Deutsche übertragen hat. Ausschnitte daraus, die detailliert die Stationen ihres Weges wiedergeben, werden in einer Lesung vorgetragen.
10/12/2025
Führung zu den Moringer Konzentrationslagern
Freitag, 12.12.2025, 15:30 Uhr
KZ-Gedenkkstätte Moringen, Treffpunkt: Torhaus, Lange Str. 58, Moringen
Anmeldung erforderlich unter [email protected]
Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen
Anfang April 1933 wurde in Moringen eines der ersten KZ des NS-Staates errichtet. Dort wurden vor allem politische Gegner aus dem Raum Hannover — Göttingen inhaftiert. Von Oktober 1933 bis März 1938 war Moringen das zentrale Frauen-KZ Preußens. Inhaftiert waren Frauen aus dem politischen Widerstand, aber auch Zeuginnen Jehovas. Von 1940–1945 bestand in Moringen ein Jugend-KZ. Rassistisch, religiös oder politisch verfolgte männliche Jugendliche waren hier SS-Terror, Zwangsarbeit, Hunger und drakonischen „Erziehungsmethoden“ ausgesetzt.
Informationen zu weiteren Führungen findet ihr auch auf der Webseite der Gedenkstätte KZ-Gedenkstätte Moringen
08/12/2025
Ein Leben für den Humor. Biografie
Silja Behre liest Ephraim Kishon
Mittwoch, 10.12.2025, 20:00 Uhr
Literaturhaus, Nikolaistr. 22, Göttingen
Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V. und der Ortsgruppe der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Göttingen
Als Autor zahlreicher Bestseller wurde Kishon (1924-2005), „der Überlebende, der die Deutschen zum Lachen brachte“, ausgerechnet im Land der Täter zu einem der erfolgreichsten Schriftsteller.
Wie kam es dazu? Auf Basis bislang unveröffentlichter Archivquellen, der Erinnerungen von Zeitzeug*innen und Presseartikeln sowie unter Berücksichtigung der zeithistorischen politischen, gesellschaftlich-kulturellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beantwortet die Historikerin Silja Behre (*1983) diese Frage umfassend und überzeugend. Sie verortet ihn im Literaturbetrieb und beleuchtet seine Rolle als Intellektueller und zentraler Ansprechpartner für deutsch-israelische Themen
26/11/2025
Alexander Estis und Evgeniya Kleyn:
Klavikomik
Sonntag, 30.11.2025, 18:00 Uhr
Altes Rathaus, Markt 9, Göttingen
Literatur trifft auf Musik, Wort trifft auf Klang, Klavier trifft auf Komik: Virtuose Interpretationen der Pianistin Evgeniya Kleyn verbinden sich mit sprachakrobatischen Satiren des Schriftstellers Alexander Estis zu einem satirischen Bühnenprogramm. Virtuos bespielen sie die gesamte Klaviatur des Komischen.
Als Autor mit jüdisch-russisch-ukrainischen Wurzeln ist Alexander Estis in den letzten Jahren vermehrt gefordert, zu den aktuellen politischen Krisen und Auseinandersetzungen in der Ukraine und dem Nahen Osten publizistisch Stellung zu beziehen. Die Lesung einiger dieser politisch geprägten Texte und ein Gespräch mit dem Publikum bilden den kürzeren zweiten Teil der Veranstaltung.
Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V.
23/11/2025
Dienstag, 25.11.2025, 19:00 Uhr
Holbornsches Haus, Rote Str. 34, Göttingen
SS-Fotografie, Gewalt und Karrieren im KZ
Veranstaltet vom Bildungswerk ver.di
Bildungswerk ver.di in Niedersachsen
In langjähriger Forschung hat der Historiker Stefan Hördler fotografische Überlieferungen der SS analysiert. Die Fotos zeigen SS-Männer im Alltag und KZ-Dienst, aber auch privat beim Fußball oder Feiern. Zugleich werden Perspektiven einer zunehmenden Radikalisierung von Gewalt und Rassismus sichtbar.
Weiterlesen:
https://gedenken-an-die-opfer-des-nationalsozialismus.de/november-2025