09/07/2026
Die Klavierabende Grigory Sokolovs sind stets ein besonderes Erlebnis – so auch vergangene Woche zum Albert-Saisonabschluss 2025/26.
Alexander Dick bemerkt für die BZ - Badische Zeitung :
„Der erste Satz [von Schuberts B-Dur-Sonate D 960] hat ungemein Bodenhaftung, die dunklen Triller grollen wie Donner in der Ferne, der hochdramatische Triolenteil rüttelt am Weltgebäude. Das Andante zeugt von echter Depression, das Scherzo stöhnt unter der Schwere, hochernst, grimmig. Und im Finalsatz – auch den spielt Sokolov sehr moderat – glaubt man endgültig, dass dieses Werk in Sisyphos-Qualen erstickt, bevor es der Interpret mit einem fulminanten Presto am Ende geradezu explodieren lässt. Ist das Schubert? Ja, Sokolovs Schubert. (…) Doch Zeit, das weiß man längst, ist bei Sokolov eine relative Größe, die hinter den Primat der Gesamtkonstruktion seiner Interpetationen rückt. (…) Höhepunkt des Abends aber sind die attacca an die Sonate angeschlossenen sechs Bagatellen op. 126, in denen Sokolov die Tiefen des Experimentierraums des späten Beethoven ausleuchet. Nebensächlich, dahingeworfen ist in diesen Stücken nichts, das dokumentiert die Interpretation bis in jedes Detail hinein.“