Bindungsbegleitung Susanne Mierau

Bindungsbegleitung Susanne Mierau Fachlicher Input rund um Pädagogik, Erziehung, psychologische Beratung und Elternschaft

17/12/2025

Streitigkeiten sind normal in Beziehungen. Wichtig ist natürlich, wie wir im Streit miteinander umgehen und nicht die körperlichen und psychischen Grenzen des anderen übertreten.

Im Erwachsenenalter ist es oft genau das, was nachhängt: Wenn Eltern nach normalen Alltagsstreitigkeiten nicht wieder aus ihrer Verantwortung heraus die Verbindung zum Kind gesucht haben oder die damaligen Gefühle bis heute nicht validiert werden und noch immer abgesprochen wird, dass man ein Recht hat, das als Verletzung zu sehen.

Entweder - oder? Das greift leider zu kurz. Schlaf ist sehr wichtig und alle sollten ausreichend Schlaf bekommen. Das is...
14/12/2025

Entweder - oder? Das greift leider zu kurz. Schlaf ist sehr wichtig und alle sollten ausreichend Schlaf bekommen. Das ist besonders auch ein Problem unserer Zeit und Gesellschaft mit ungesunden Sorgestrukturen. Aber wenn wir dort nicht ansetzen, dann scheint es manchmal nur die Frage zu geben: Kind weinen lassen oder selbst endlich schlafen?

Meiner Meinung nach ist der richtige Ansatzpunkt, dass wir eine schlaffreundliche Gesellschaft ausbilden, in der Schlaf den Stellenwert einnehmen darf, denn er hat für unser Wohlergehen. Das betrifft generell Menschen, die Erwerbsarbeiten, Kinder und Jugendliche und Schulzeiten, aber eben auch die Möglichkeit, gesunde Schlafroutinen innerhalb einer Familie auszubilden, gerade am Anfang des Familienlebens.

Es ist aus Perspektive schlafloser Eltern verstehbar, dass sie sich Schlaf wünschen und auch Schlaflernprogramme erwägen. Oft gibt es aber auch sanfte Ansatzpunkte zur Veränderung der Schlafsituation (siehe Literaturtipps unten). Bei schwerwiegenden Schlafproblemen sollte auf jeden Fall fachkundige Hilfe hinzugezogen werden.



📚Buchtipps für Eltern:
Susanne Mierau: Das Schlafbuch für die ganze Familie
Nora Imlau/Herbert Renz-Polster: Schlaf gut, Baby!
Sybille Lüpold: Ich will bei euch schlafen
Carolin Bechmann/Dominique Reimer: Ich kann schon schlafen

Zum Thema Schlaf-Cortisol für Fachpersonen zu empfehlen:
Sibylle Lüpold: Müde Kinder brauchen Sicher- und Geborgenheit (online)

10/12/2025

Was meinst du zu dem 11-Punkte-Pakt?
Kinder immer mitdenken:
Kinder und Jugendliche bei Gesundheitsthemen beteiligen
Fairer Zugang zur frühen Bildung
Kinder vor den Folgen des Klimawandels schützen
Jugendhilfe, Schulen und Gesundheitssystem besser vernetzen

Verhältnisprävention stärken:
Kinderschutz und Transparenz im Lebensmittelbereich ausbauen
Schutz vor Alkohol, Tabak und Cannabis verbessern
Mediensucht bekämpfen, Medienkompetenz fördern
Gesundheitsförderung fest in Kitas und Schulen verankern

Medizinische Versorgung verbessern:
Kinderärztinnen und Kinderärzte als Lotsen im Gesundheitssystem stärken
Impfungen als Grundpfeiler der Prävention etablieren
Nachwuchs für die Kinder- und Jugendmedizin sichern

💗 Dazu noch ein paar Gedanken von mir an dich, um dein Kind in den Blick zu nehmen:

👉 Hat sich das Verhalten deines Kindes in der letzten Zeit verändert (Rückzug, Stimmungsqualität)? Wenn ja, wie lange?

👉 Zeigt dein Kind andere Auffälligkeiten wie Schlafstörungen, klagt es über körperliche Beschwerden, mag es nicht zur Schule, verbiegt es viel Zeit in digitalen Medien und weniger mit anderen? Vernachlässigt es Hobbys oder Freundschaften?

👉 Wann hast du zum letzten Mal wirklich mit Deinem Kind gesprochen?

👉 Was weißt du über dein Kind gerade? Welche Musik mag es? Was liest es? Mit wem trifft es sich? Welche Serie mag es?

🌱 Gönn dir die Pause. Atme durch. Spür in dich hinein. Leg die Hand auf dein Herz und spür den Herzschlag. Oder umarme d...
07/12/2025

🌱 Gönn dir die Pause. Atme durch. Spür in dich hinein. Leg die Hand auf dein Herz und spür den Herzschlag. Oder umarme dich. Nimm das Wärmekissen und lass die Wärme wirken. Ergründe, was du brauchst, denn du darfst dir Ruhe gönnen. Echte Ruhe, nicht unterdrückte Anspannung.

💌 Und sei milde mit anderen: Schick einer Freundin einen lieben Gruß, dass du sie siehst und fühlst. Hab liebe Worte für andere und lass sie auch auf dich wirken. Um Anspannung zu reduzieren müssen wir auch überhöhte Ideale reduzieren durch Verständnis und gesundes Miteinander, das uns wohlwollend in den Blick nimmt.

📚 Buchtipps:
Susanne Mierau: Emotional Load
Kati Bohnet: Nervenstark verbunden
Kathleen Kunze: Sich(er) fühlen
Kiran Deuretzbacher: Starke Gefühle, starker Halt

03/12/2025

Ich mache seit 20 Jahren Elternberatung, habe viele Bücher geschrieben, vier SPIEGEL-Bestseller, bin regelmäßig angefragt für Interviews in Zeitungen. Und ich sage dennoch: Auch für mich ist es kein Selbstläufer, sondern Arbeit, lebenslange Fortbildung, immer wieder Öffentlichkeitsarbeit. Es ist eine super schöne Arbeit, aber sie kostet fortlaufend und ist kein Selbstläufer.


Transparenzhinweis: Ich biete selbst Weiterbildungen an, aber aus oben genannten Gründen ausschließlich für Fachpersonen, die bereits in ihren Feldern tätig sind und dies als Weiterbildung, nicht als Ausbildung nutzen.

28/11/2025

Natürlich musst du nicht jeder Aufregung aus dem Weg gehen, aber achte doch mal darauf:

🎄 Was ist gerade alles anders als sonst?

🎄 Wie erlebt mein Kind die Welt gerade (zum Beispiel auf dem Weihnachtsmarkt: Was sieht es zwischen den vielen Beinen? Wie mag es sich fühlen? Wie würde ich mich fühlen?)

🎄 Wie geht mein Kind generell mit Reizen um und was braucht es, um sich wohl zu fühlen?

🎄 Welche Gefühle werden gerade hervorgerufen? Aufregung? Anspannung? Freude auf Weihnachtsmann? Angst vor Weihnachtsmann? Woher kommt das? Was ist gut und was zu herausfordernd?

🎄 Was macht das eigentlich mit mir? Bin ich gerade mehr herausgefordert? Was brauche ich, um entspannt mein Kind begleiten zu können?

KINDHEIT
ELTERNSCHAFT
PÄDAGOGIK

24/11/2025

➡️ Du gehst mit rein ins Gefühl, aber ohne die Not zu verstärken und reicherst die Situation mit Entspannung an.

➡️ Du musst dich nicht verstellen. Du kannst authentisch mitschwingen und dann zu einem positiven Zustand wechseln.

KINDHEIT
ELTERNSCHAFT
PÄDAGOGIK

📚dazu:
Nicole Strüber: Unser soziales Gehirn. Warum wir mehr Miteinander brauchen.

Karl Heinz Brisch: Kindliche Entwicklung zwischen Ur-Angst und Ur-Vertrauen

Susanne Mierau: Wurzelstark und Flügelleicht

19/11/2025

Auf dem Weg zu Regulationsstärke:

1️⃣ Der erste wichtige Aspekt ist die Wahrnehmung: Wie fühlt sich was in mir an? Oft haben wir kein gutes Gespür für uns und es kann helfen, erstmal regelmäßig ins Spüren zu kommen: Wie fühle ich mich gerade? Was fühlt ich gerade? Wie fühlt sich gerade mein Körper an und was könnte er ausdrücken? Wenn du das vergisst: erinner dich an regelmäßige Check-Ins mit einer Benachrichtigung

2️⃣ Mentalisierung hilft, um andere zu verstehen (siehe anderes Reel von mir). Frag dich: was macht mein Gegenüber? Worum könnte die andere Person das machen? Wie geht es meinem Gegenüber wohl? Was würde ich an dieser Stelle fühlen? Mit deinem Kind kannst du das auch in Kinderbüchern besprechen, was die Figuren darin so machen und fühlen und wie es deinem Kind gehen würde.

3️⃣ Es ist gar nicht so einfach, den Punkt zwischen Reiz und Reaktion kennenzulernen. Aber es gibt ihn. Wenn wir uns in der Selbstwahrnehmung schulen (1), können wir als nächstes lernen, nicht impulsiv zu reagieren, sondern erst einmal innerlich mit dem Gefühl umzugehen.

4️⃣ Und dann ist ein sozialverträglicher Ausdruck von Gefühlen auch gut möglich. Auch von Wut.

KINDHEIT
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PÄDAGOGIK

17/11/2025

Natürlich ist es wichtig, dass wir das Erziehungsverhalten in den Blick nehmen. Was aber nicht geschehen darf: Alle aktuellen Probleme von Kindern und Jugendlichen auf das Verhalten der Eltern zurückzuführen, bzw. die Herausforderungen der Eltern als individuelle Probleme anzusehen und nicht den gesellschaftlichen Kontext zu beachten, in denen Eltern heute ihre Kinder großziehen müssen unter Zeitarmut, Vereinbarkeitsdruck, Kita- und Schulkrise, ungerechter Aufteilung von Carearbeit, Diskriminierung, familienunfreundlichen Stadtplanungen, wenig Unterstützung durch Familien etc. - All das sind AUCH Aspekte, über die geredet werden muss und die nicht verschwiegen werden dürfen hinter „Die Eltern (womit oft die Mütter gemeint werden) erziehen zu wenig!“

ELTERNSCHAFT
KINDHEIT
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13/11/2025

Vor bald zehn Jahren erschien mein Buch Geborgen wachsen. Seitdem ist viel passiert, in meiner Familie, in meinen Beratungen, in der Wissenschaft. Und deswegen habe ich ein ganz neues Babybuch geschrieben. In dem es um Bindung geht, aber aus einer ganz praxisnahen Perspektive: es geht darum, wie ihr ein sicheres Miteinander entwickelt auf Basis der ganz alltäglichen Situationen.

💗 Ich schreibe nicht nur über dein Baby. Sondern auch über dich. Über euch. Über die Bedingungen, die Elternsein erleichtern – oder erschweren. Über all die Themen, die Eltern heute beschäftigen: Care-Arbeit, Mental Load, Gleichberechtigung. All das fließt in dieses Buch ein – tausende Gespräche, viele neue Erkenntnisse. Und vor allem: die tiefe Überzeugung, dass du den richtigen Weg finden wirst. Vielleicht nicht den perfekten. Aber einen bindungsstarken. Einen Weg, der genau richtig ist für euch.

🌱 Wurzeln geben Halt, Flügel schenken Freiheit – beides braucht dein Kind, um zu wachsen. Und auch du darfst beides entwickeln: Verwurzelung in deiner Stärke, und Leichtigkeit im Vertrauen. Ich möchte dich darin unterstützen, beides zu finden. Für dich, für dein Kind, für euer gemeinsames Wachsen.

📖 Ein neues Buch für Schwangere, Babyeltern und alle, die in der Elternbegleitung unterwegs sind. Ab 18. März - also ziemlich genau 10 Jahre nach „Geborgen wachsen“, wieder bei - im Handel und ab jetzt vorstellbar.

11/11/2025

Nicht immer haben ältere Menschen die richtigen Antworten für uns. Nicht immer vermitteln sie, was heutiger Stand der Pädagogik ist. Nicht immer sind ihre Werte unsere Werte.
Aber der Punkt ist hier: Dass die Entwicklung der Elternschaft eine Zeit ist, in der wir uns und unsere Wege gerade finden. Dass wir uns erst einstimmen auf dieses Kind, das dort nun bei uns ist, dass wir uns jetzt auseinandersetzen mit dem, wie wir leben wollen und was wir selbst erfahren haben. Es ist eine Zeit der Veränderung und des Findens. Und oft gibt es darin Wandlungen.
Es ist absolut wichtig, sich zu verbinden mit anderen, Informationen zu teilen, sich auszutauschen. Aber gleichsam ist es wichtig, persönliche Erfahrungen nicht zu generalisieren, daraus keine Regeln für alle abzuleiten, die Erfahrungen aus dem Jetzt nicht als für immer und alle feststehend zu erklären. Es gibt Tipps, die gut und teilenswert sind, aber dabei sollten die eigenen Grenzen beachtet werden: Was kann ich verantwortungsvoll teilen (Michelle benennt hier im ganzen Video beispielsweise Tipps zum Kauf eines Kinderwagens), was liegt vielleicht außerhalb dessen, was ich als Tipp weitergeben sollte? - Besonders in der Verantwortung, die hohe Reichweiten heute mit sich bringen im Vergleich zu regionalen Müttergruppen früher, in denen man sich auf Augenhöhe austauschen konnte.

Und das bringt uns letztlich auch noch eine große Sanftheit uns selbst gegenüber als Eltern mit: Es ist normal, dass alles im Prozess ist. Und es normal, sich zu verändern und Gedanken umzuwerfen.

Original-Post auf
Michelle Obama besuchte in NYC um mit ihrer Freundin, die auch Mutter ist, über ihr neues Buch zu sprechen

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