09/04/2026
Die UNESCO hat mit der Technischen Hochschule Brandenburg den neuen UNESCO-Lehrstuhl „Digitalisierung von kulturellem Erbe in Krisengebieten der MENA-Region“ eingerichtet. Er arbeitet an der Schnittstelle von Informatik, Technik und Wirtschaft sowie Archäologie und Architektur und kooperiert mit Partnern im Nahen Osten und Nordafrika.
Der Lehrstuhl wird von Prof. Julia Schnitzer als Chair und Prof. Dr. Thomas Preuß als Co-Chair geleitet. In Deutschland tragen 17 UNESCO-Lehrstühle zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsagenda bei. „Unser kulturelles Erbe stiftet Identität und ist für den gesellschaftlichen Zusammenhalt enorm wichtig,“ sagt die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Prof. Dr. Maria Böhmer. "Der neue UNESCO-Lehrstuhl in Brandenburg verbindet technologische Expertise mit internationaler Kompetenz und leistet einen wichtigen Beitrag zu den Zielen der UNESCO und der Vereinten Nationen.“
In vielen Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas wird der Schutz von Kulturgütern, Archiven und Sammlungen durch politische Instabilität, eine krisengebeutelte Infrastruktur oder fehlende Finanzmittel erschwert. Der neue UNESCO-Lehrstuhl widmet sich der Entwicklung und Anwendung ebenso praxisnaher wie kosteneffizienter digitaler Verfahren zur Archivierung, Dokumentation und Virtualisierung von Kulturerbe. Dazu zählen unter anderem die Digitalisierung und virtuelle Rekonstruktion von Museen, Bibliotheken und historischen, aber auch geologischen Stätten.
Die Technische Hochschule Brandenburg arbeitet dafür mit Partnern zusammen, vor allem im Irak, dem Libanon, Jordanien, Sudan und Oman. Eine Zusammenarbeit mit Syrien ist im Aufbau. „Neben der Digitalisierung des kulturellen Erbes ist für mich die Zusammenarbeit mit Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in den MENA-Regionen besonders erfüllend,“ erklärt Lehrstuhlinhaberin Schnitzer. „Gerade in Zeiten von Konflikten ist es entscheidend, dass junge Menschen den Anschluss an die internationale Wissenschaftsgemeinschaft nicht verlieren.“
UNESCO Technische Hochschule Brandenburg