29/02/2020
Kennt ihr Keinzeitpferde?
Umgangssprachlich auch als Freizeitpferd bekannt?
Ja?
Achtung: Meckeralarm
Reden wir also über Freizeitpferde und - reiter, deren Ruf wir tagtäglich verteidigen. Genau "verteidigen", denn manchmal merkt Lisel Lotte gar nicht, was vor der eigenen Haustür geschieht.
Lisel wünscht sich nämlich nur ein einfaches Freizeitpony. Es soll brav (idiotensicher), auch mit mässigen Reitkenntnissen gut reitbar, günstig und genügsam sein.
Auch dann, wenn Lisel nur alle 4 Wochen mal Zeit für einen Ausritt hat, dann aber gleich 5 Stunden. Ist ja kein Problem. Hatte ja lange genug frei.
Ausserdem soll es bitte ohne dieses Gymnastizieren funktionieren. Denn Lisel hat viel zu tun und das Reiten soll Hobby und nicht Aufgabe sein. Sie will ja keine Dressur reiten und fürs Gelände muss das ja nicht sein.
Und weil Lisel sowieso nicht so viel reitet, ist der unpassende Sattel auch halb so wild. Ist ja nicht oft. Nicht oft ist übrigens auch die Hufpflege. Wildpferde haben die ja auch nicht.
Und auch dieses Osteophatiedings braucht das glückliche Freizeitpony nicht, denn ohne Dressur wird es ja nicht kaputt geritten und nix muss eingerenkt werden.
Die rundlichen Formen, die das Pony dabei entwickelt, kann aber auch Lisel irgendwann nicht mehr leugnen. Aber wir wissen ja, Lisels Freizeit ist knapp, der Maulkorb wird's schon richten.
Was Lisel allerdings wirklich nervt ist, dass Zotti immer unfolgsamer wird. Der reagiert gar nicht mehr fein auf ihre groben Signale und setzt auch nicht mehr flott den Berg hoch, obwohl Lisel jetzt sogar mit Sporen reitet.
Aber auch hier ist die Lösung nicht weit. Da gibt's nämlich ein Müsli, das verspricht alle Probleme wegzufüttern. Hat Lisel nämlich so gelesen. Und dabei ist sie auch über dieses Reitkunstding gestolpert. Und das sieht echt nett aus und die reiten da auch so langsam😉. Deshalb will Lisel mit Zotti nun an einen Kurs.
Nach 4 Stunden ist der sture blöde Zotti dann auch verladen.
Doch leider ist der doofe Zotti total undankbar für sein schönes Leben und stellt sich an. Der verarscht sie nur und hört gar nicht auf die neuen, feinen Hilfen. Fast, als würde er sie nicht kennen.
Nun sieht auch Lisel ein, dass da was getan werden muss.
Zotti bekommt einen Trainer. Für 3 Monate. Lisel vertraut ihm übrigens blind. Denn für Training hat sie keine Zeit. Der wird's schon richten, damit Lisel bald wieder alle 3 Wochen ein Stündchen Reitkunst auf Zotti machen kann. Als Ausgleich zu ihrem Job. Work-Live-Balance und so...
Alles nur ein Witz? Mitnichten!
Deshalb schätze ich jeden Freizeitreiter, der den Spagat zwischen Arbeit und Pony meistert und beweist, was für Tausendsasser wir eigentlich sind! 😉