27/11/2013
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MPE - Ein Jahr nach dem Start
Erfolgreiches Konzept, enorme Dynamik
Mit ihm betrat die EBZ Business School Neuland:
Als im Herbst 2012 der Studiengang Master of Science Projektentwicklung aus der Taufe gehoben wurde, schuf die Hochschule damit ein in Deutschland einzigartiges Angebot. Interdisziplinär, praxisorientiert und auf Top-Niveau sollte der Studiengang Ökonomen und Architekten gleichermaßen ansprechen. Ein Jahr später zeigt der Rückblick: Das Konzept entwickelt schon jetzt eine enorme Dynamik.
Prof. Wolfgang Krenz wollte nach seiner Emeritierung an der Hochschule Bochum wieder etwas Neues anpacken: Ein interdisziplinärer Studiengang sollte es sein, der das Thema Projektentwicklung nicht nur als Aufkleber tragen, sondern umfassend vermitteln würde. „Den Immobilienunternehmen und Architekturbüros u.a. fehlen Fachleute, die bereichsübergreifend arbeiten“, erläutert Krenz sein Konzept. „Es bringt einfach nichts, wenn man Ideen hat, die wirtschaftlich gar nicht umsetzbar sind. Es ist auch nicht sinnvoll, einen guten Kaufmann mit einem Bauprojekt zu betrauen, wenn derjenige keine technischen Kenntnisse, keine Kreativität und keine Erfahrungen in Stadt- und Quartiersentwicklung, sowie Architektur von ‚Morgen‘ mitbringt.“
Das war die Grundlegende Idee des M. Sc. Projektentwicklung: Er sollte für Wohnungs- und Immobilienunternehmen wertvolle Fachleute heranbilden – Fachleute, welche Projekte erdenken, planen, wirtschaftlich berechnen und schließlich durch die Umsetzung sowie die Vermarktung begleiten können. Ein durchaus ambitioniertes Ziel in einem Bereich, in dem es nicht immer so gut klappt mit der Kommunikation zwischen Kaufleuten und Technikern.
Dipl.-Ing. Architekt Björn Nolte, langjähriger wissenschaftlicher an der Hochschule Bochum (acht Jahre bei Prof. Krenz im Lehrstuhl Grundlagen Entwerfen/ Entwerfen) und jetzt wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studiengang Projektentwicklung der EBZ Business School und selbst Inhaber eines Architekturbüros. Er sagt: „Architekten und Bauingenieure sprechen auch heute noch oft eine andere Sprache als die Kaufleute und Ökonomen, die Immobilienunternehmen leiten. Dadurch entstehen bei Modernisierungs- und Bauprojekten regelmäßig erhebliche Mehrkosten, die man in der Branche lange Zeit zur Kenntnis genommen und als unvermeidbar akzeptiert hat. Mit den richtigen Fachleuten ließen sie sich jedoch oftmals vermeiden.“
Mehr gegenseitiges Verständnis, mehr Kommunikation und mehr Überblick – all das sollen die Absolventen des Studiengangs also, neben erheblichem Fachwissen, in die Unternehmen bringen.
Mit 18 ausgewählten Studierenden ging der M. Sc. Projektentwicklung im Herbst 2012 an den Start. Fünf von ihnen waren Techniker und Architekten, 13 kamen aus dem kaufmännischen Bereich. Die Studenten qualifizieren sich für Führungspositionen in Unternehmen.
Zug um Zug vermittelt das Studium den angehenden Projektentwicklern schon im Lauf des ersten Semesters das künftige Handwerkszeug für die Planung und Durchführung von Bauprojekten: In Workshops wurden Nutzungsart und Ausgestaltung des Raumprogramms besprochen und diskutiert, auch ökonomische Grundlagen wie Gesamtkostenermittlung und Rentabilitätsberechnung gehörten zu den Studieninhalten. Ebenso zügig folgte dann die erste Gelegenheit, das Erlernte in der Praxis anzuwenden: Ebenfalls bereits im ersten Semester hat das interdisziplinäre Studententeam für leere Grundstücke und bestehende Gebäude in Bochum neue Nutzungskonzepte gesucht. Gemeinsam war allen Projekten, dass zuvorderst eine Markt- und Standortanalyse durchgeführt wurde, auf deren Ergebnissen alle weiteren Schritte aufbauten. Die Studenten konnten somit nun ihre Methodenkompetenz auf das konkrete Projekt übertragen.
Prof. Wolfgang Krenz verdeutlicht, worum es ihm bei der Wissensvermittlung geht: „Wie lehren unsere Studenten keine Lösungen, sondern vermitteln ihnen die Fertigkeiten, um eigenverantwortlich individuell gute Lösungen zu finden“.
Welche guten Lösungen andere vor ihnen gefunden haben, das konnten sich die angehenden Projektentwickler inzwischen im Rahmen einer grenzüberschreitenden Exkursion anschauen: Im Rahmen einer viertägigen Studienreise in die Niederlande besuchten sie die Städte Amsterdam, Rotterdam, Almere, Hilversum und Uetrecht. Gleich vor Ort konnten sie dort beispielhafte Projektentwicklungen wie Revitalisierungen von Bestandsgebäuden und Neubauten, aber auch umfassende Stadtentwicklungen (wie in Almere) besichtigen. Weitere Exkursionen sollen künftig etwa nach Großbritannien und Skandinavien führen. Auch weitere Projektarbeiten gilt es noch abzuliefern, ehe im Herbst 2014 die Master-Thesis abzuliefern ist und hoffentlich alle Studierenden den begehrten Abschluss als Master of Science Projektentwicklung in Händen halten.
Gerade im Oktober 2013 ist an der EBZ Business School die nächste Studiengruppe gestartet, in der sich junge Ökonomen, Ingenieure und Architekten auf die Leitung interdisziplinärer Teams und die ganzheitliche Durchführung von Immobilienprojekten vorbereiten. Insbesondere angesichts der aufgeregten Diskussion über steigende Mietpreise und mangelnden Neubau ist man sich an Deutschlands größter Immobilienhochschule sicher, dass die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft immer stärker vom Master of Science Projektentwicklung profitieren wird.
„In solchen Zeiten braucht man dringender denn je gut ausgebildete Fachleute, die mit Verstand gegen Fehlannahmen und unrealistische Betrachtungsweisen angehen können“, so der EBZ-Vorstandsvorsitzende Klaus Leuchtmann. „Ich freue mich, dass die Branche den Master of Science Projektentwicklung so gut annimmt und zur Heranbildung solcher Fachkräfte nutzt.“
Hier sind weitere Statements:
„Im Rahmen einer Projektpräsentation konnte ich mich persönlich von den Leistungen und dem Engagement der Studentinnen und Studenten, und nicht nur der bei VIVAWEST arbeitenden Werkstudenten, überzeugen.
Besonders beeindruckt hat mich die praxisnahe und ganzheitliche Herangehensweise, die alle wesentlichen Komponenten für eine Entscheidungsfindung berücksichtigte. Hierzu zählen neben der klassischen Projektsteuerung auch die Portfoliobetrachtung, Definition der Zielkunden, Mietenpolitik, Bewertung von Ausstattungsalternativen sowie die Kostenermittlung und Wirtschaftlichkeit der kalkulierten Projekte.“ Michael Flachmann, Technisches Management, Vivawest Wohnen GmbH
„Es ist interessant, sich in Diskussionen und Arbeitsgruppen immer wieder auf die Sichtweise der anderen Seite einzustellen. Bereits im Vorfeld hatte ich die Annahme, dass die interdisziplinäre Herangehensweise des Studiengangs Master of Science Projektentwicklung viele Unterschiede in der alltäglichen Kommunikation zwischen Architekten und Immobilienökonomen offenlegen würde. Welches Ausmaß diese differenzierten Denkansätze haben ist schon bemerkenswert. Der Studiengang lehrt, diese distanzierten Ausgangspunkte gegenseitig zu verstehen, zu berücksichtigen und zusammenzuführen.“
Kim Friedrich Ring, Student im ersten Jahrgang M. Sc. Projektentwicklung
„Projektentwicklung hat viele Gesichter: Für mich als Mitarbeiterin einer modernen Wohnungsgenossenschaft bedeutet sie den Anspruch, dass ich Neubauprojekte zum Nutzen der Genossenschaftsmitglieder nachhaltig und kaufmännisch klug umsetzen kann.
Im Studium an der EBZ Business School geht man darauf ein, so dass ich diesen Blickwinkel gleichwertig mit einer eher renditeorientierten Herangehensweise kennenlerne. Diese Vielseitigkeit ist für mich die größte Stärke des M. Sc. Projektentwicklung.“
Anna Lichte, Baugenossenschaft Freie Scholle eG, Bielefeld
Verfasser:
Andreas Winkler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, EBZ – Europäisches Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft - Nov. 2013