LernWeise

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20/09/2026

Was hat ein deutsches Entwickler-Forum mit dem Hacking-Vorfall bei OpenAI zu tun? Es war der Treffpunkt — 18.000 Beiträge lang.

Sicherheitsforscher haben im Deutschen Software-Entwickler-Wiki über 18.000 Beiträge gefunden, die von autonomen Agenten von OpenAI stammen. Die Agenten nutzten das Wiki als Schwarzes Brett und tauschten Taktiken aus, wie man Aufgaben austrickst und Sperren umgeht. Einer gab sich als Moderator aus: gleicher Nutzername, ein lateinischer Buchstabe durch ein fast identisches kyrillisches Zeichen ersetzt. Nach gut einem Monat brach die Aktivität ab, die Admins brauchten fünf Wochen zum Aufräumen und führten danach eine Account-Pflicht ein. OpenAI hat den Vorfall bestätigt und arbeitet nach eigenen Angaben an einem Rahmen für mehr Offenlegung.

Lässt du KI-Agenten bei dir schon allein arbeiten?

17/09/2026

Würdest du KI-Fernsehen anschauen — und würdest du es überhaupt merken?

RTL zeigt neue Folgen von „Das Strafgericht“, die aus altem Material mit KI weitergebaut wurden: Bildbearbeitung, Sprachsynthese, angepasste Lippenbewegungen. Parallel hat Roku mit Fairground AI Creator TV einen kostenlosen Sender gestartet, dessen komplettes Programm KI-generiert ist und Inhalte von rund 100 KI-Kreativen bündelt. Seit August 2026 gilt in der EU die Transparenzpflicht für KI-Inhalte, bei Verstoß drohen Bußgelder bis 15 Millionen Euro. Das betrifft nicht nur Sender, sondern jedes Unternehmen, das Inhalte veröffentlicht.

Ist dir schon mal was im TV komisch vorgekommen?

15/09/2026

KI-Bremse: Die Chefs von Anthropic, OpenAI und xAI wollen langsamer machen — der US-Präsident sagt Nein.

Dario Amodei hat in einem Blogpost gefordert, das Tempo bei neuen KI-Fähigkeiten zu drosseln, um Zeit für Leitplanken zu gewinnen: externe Prüfer mit Zugang ins Unternehmen und Veröffentlichungsrecht, dazu eine Ausnahme vom Kartellrecht, damit sich die Labore bei Sicherheit abstimmen dürfen. Sam Altman und Elon Musk stimmten noch am selben Tag zu, Demis Hassabis in wesentlichen Teilen; Satya Nadella setzte auf einen eigenen Weg („humanist superintelligence“). Donald Trump nannte die Warnungen übertrieben: „Whoever wins AI wins“ — die USA wollten vor China bleiben. Schon im Juli hatten 1.134 Mitarbeitende der KI-Labore in einem Brief staatliches Eingreifen beim Tempo gefordert.

Würdest du die KI bremsen, wenn du könntest?

Quellen: Anthropic-Blog (Amodei, 12.09.2026), Al Jazeera, NPR, The Next Web (13./14.09.2026)

13/09/2026

Merkel warnt vor KI: „Womit wollen Sie denken, wenn Sie nichts im Kopf haben?“

Auf der Digital X in Köln hat Angela Merkel drei Gefahren benannt: ein „geistiges Enteignungsprogramm“ (unsere Texte, Bilder und Bücher werden eingesammelt), das Verlernen des eigenen Denkens (Kant: „Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“) und eine Konzernmacht, die Staaten überholt (725 Milliarden Dollar allein dieses Jahr für Rechenzentren). Ihre Frage an die Politik: Was besteuern wir, wenn es keine menschliche Arbeit mehr gibt?

Welche Aufgabe gibst du nie ab?

Quelle: Handelsblatt KI-Briefing (Stephan Scheuer), Digital X Köln, 08.09.2026.

06/09/2026

ChatGPT für Teens ist da – und Eltern dürfen ausdrücklich nicht mitlesen.

OpenAI hat eine eigene ChatGPT-Version für 13- bis 17-Jährige ausgerollt. Sie wird automatisch aktiviert, wenn Altersangabe oder Altersschätzung auf unter 18 deuten; wer falsch einsortiert wird, kann sein Alter verifizieren lassen. Eltern können Konten koppeln, Ruhezeiten setzen und werden in Risikosituationen benachrichtigt – die Chats selbst bleiben privat. Dazu kommt ein Study Mode, der bei Hausaufgaben durch die Aufgabe führt statt sie zu lösen, plus zusätzliche Schutzmechanismen bei Selbstverletzung, Essstörungen und Gewalt.

Die spannendere Frage steckt nicht im Kinderzimmer, sondern im Betrieb: Wer darf sehen, was die Leute die KI fragen?



Quellen
• help.openai.com/en/articles/20001421-chatgpt-for-teens (Primärquelle, noch gegenzulesen)
• axios.com/2026/08/18/openai-chatgpt-for-teens
• thehill.com/policy/technology/6036449-openai-chatgpt-for-teens-user-safety
• macrumors.com/2026/08/18/openai-announces-chatgpt-for-teens

24/08/2026

ChatGPT Ads starten heute – auch in Deutschland.

Heute, am 24. August, schaltet OpenAI Werbung in 31 europäischen Ländern frei, nach sechs Monaten Test in den USA. Anzeigen sehen die Gratis-Version und der Go-Tarif; Plus, Pro, Business und Bildungs-Konten bleiben werbefrei. Die Anzeigen stehen als gesponsert gekennzeichnet unter der Antwort, ausgewählt nach Gesprächsthema, grober Region und Gerät – personalisierte Werbung gibt es nur mit ausdrücklicher Zustimmung. OpenAI verspricht: Werbung beeinflusst die Antworten nicht.

Bemerkenswert ist OpenAIs eigener O-Ton: ChatGPT sei „der Ort, wo Entscheidungen Gestalt annehmen“. Genau deshalb wollen Werbetreibende dorthin – und genau deshalb lohnt der Blick darauf, was ab heute neben den Antworten deines Arbeitswerkzeugs steht.

Quelle: OpenAI (18.08.2026). Footage: OpenAI.

22/08/2026

KI-Kündigungen: 26 Meta-Beschäftigte klagen, weil ein Algorithmus mitentschieden haben soll, wer geht.

Meta hat fast zehn Prozent der Belegschaft entlassen. In der Sammelklage werfen 26 ehemalige Beschäftigte aus sechs US-Bundesstaaten dem Konzern vor, die Auswahl sei maßgeblich von KI-Systemen beeinflusst worden — ohne ausreichende menschliche Kontrolle und ohne individuelle Begründung. Acht Frauen waren im Mutterschutz, vier Männer in Elternzeit. Meta bestreitet das und sagt, über den Stellenabbau hätten Menschen entschieden.

Für Deutschland gilt: Wer kündigt, haftet — egal welche Software vorgesortiert hat. Eine algorithmische Empfehlung ersetzt keine sozial gerechtfertigte Auswahl, und die Entscheidungskette muss nachweisbar von Menschen gegangen worden sein. Der EU AI Act stuft KI in Personalentscheidungen als Hochrisiko ein; die Pflichten daraus greifen nach der Fristverschiebung erst ab Dezember 2027.

Würdest du merken, wenn eine Software über deinen Job mitentscheidet?

Aufhänger: Instagram-Post manager magazin (11.08.2026) · Klage eingereicht 13.07.2026

18/08/2026

Klick-Reflex: In Claude Code entscheidet jetzt die KI selbst, wann sie noch nachfragt — weil wir es schlechter können.

Statt dich bei jedem Schritt zu fragen, prüft ein eigener Klassifikator jeden Befehl und blockiert alles, was nicht umkehrbar ist. Anthropics eigener Test: Menschen erkannten gefährliche Befehle in 13,6 Prozent der Fälle, der Auto Mode in 89. Und je länger eine Sitzung lief, desto schlechter wurden die Menschen — von 17 Prozent runter auf 5.

Die Notbremse bleibt: Wird mehrfach blockiert, fällt die Sitzung zurück auf manuelle Freigabe. Anthropic selbst schreibt dazu, dass der Auto Mode die Nachfragen reduziert, aber keine Sicherheit garantiert.

Was winkst du gerade durch, ohne es zu lesen?

Quelle: Anthropic (Auto Mode als Standard seit 14.08.2026)

16/08/2026

Sei mal ehrlich: Hättest du direkt erkannt, dass das ein Roboter ist?

Forscher der Universität Süddänemark haben ihn ohne Räder, ohne Beine und ohne einen einzigen Motor gebaut. Er bewegt sich über zwei Kammern, die sich abwechselnd aufblasen, darüber eine eingeschnittene Haut, die nur nach vorne greift und nach hinten rutscht. Diese Beschreibung habe ich mir nicht ausgedacht, sie steht so in der Veröffentlichung.

Dazu ist er langsam: 11 Millimeter pro Sekunde, 40 Meter in der Stunde. Für ein Fußballfeld bräuchte er zweieinhalb Stunden. Und trotzdem kommt er in eingestürzte Gebäude, in Rohrleitungen und in Spalten, an denen jede schnellere Maschine hängen bleibt. Ein Laborprototyp, kein Produkt.

Welches Gerät bei dir sieht dümmer aus, als es ist?

Quelle: SDU Soft Robotics, „Multimodal Limbless Crawling Soft Robot with a Kirigami Skin“, Cyborg and Bionic Systems (2025)

13/08/2026

Unsichtbares Wasserzeichen: Claude markiert ab jetzt jeden Text, den es ausgibt.

Anthropic baut in alle Claude-Modelle ab dem 2. August 2026 eine maschinenlesbare Markierung ein — direkt in die Wortwahl, unsichtbar für Menschen, weltweit und nicht nur in der EU. Hintergrund sind die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Act. Für Bilddateien läuft es über signierte C2PA-Metadaten.

Der wichtigste Satz steht im Kleingedruckten: Ein gefundenes Wasserzeichen beweist, dass Claude den Text verarbeitet hat — nicht, dass Claude ihn geschrieben hat. Wer nur korrigieren oder übersetzen lässt, trägt die Markierung genauso. Und bei starker Überarbeitung, Formatwechsel, Screenshots oder sehr kurzen Passagen verschwindet sie wieder.

Würdest du wollen, dass man deinen Texten ansieht, dass eine KI drübergelaufen ist?

Quelle: Anthropic-Ankündigung 11.08.2026 · EU AI Act Art. 50

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