In 20 Jahren wird unsere Schule 50 Jahre alt. An welchem Punkt wird unsere Gesellschaft dann stehen? Jeder von uns trägt täglich etwas zu dieser Veränderung bei.
Die moderne Welt erlaubt uns, immer größere Distanzen immer schneller zu überwinden. Informationen erhalten wir nicht nur aus unterschiedlichen Medien, vielmehr macht die Technik es möglich, ständig erreichbar zu sein. Unser Gehirn muss heute um ein vielfaches mehr Informationen verarbeiten als noch vor 30 Jahren. Die Welt verändert sich seit Beginn der Industrialisierung immer schneller. Selbst
wenn wir uns scheinbar „nicht verhalten“, tragen wir zum gesellschaftlichen Geschehen bei. Was brauchen unsere Kinder? Unsere Kinder brauchen also in Zukunft neben Inhalten der allgemeinen Bildung noch etwas anderes: Sie brauchen vor allem Erkenntnisse und Einsichten über die eigenen persönlichen Möglichkeiten. Sie müssen ihre Kompetenzen und Interessen kennen, damit sie sich in unserer Gesellschaft nicht nur zurecht finden, sondern auch den Mut haben, aktiv mit zu gestalten. Die Freie Waldorfschule Aachen will dazu beitragen, unsere Kinder zu (selbst)verantwortlichen, kritikfähigen und urteilssicheren Persönlichkeiten zu erziehen, die selbstbestimmt ihren Lebensweg finden. Es geht uns nicht darum, vordergründig wirtschafts- und systemkonforme Menschen in die Welt zu entlassen. Schule als ein Baustein zur Erziehung
Heute ist die Pädagogik Rudolf Steiners aktueller denn je. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Industrialisierung in vollem Gange war, hat er die Erfordernisse dieser Veränderungen vorausgesehen. Wir stellen seine Erkenntnisse in den Zusammenhang einer sich wandelnden Gesellschaft. Ziel der von Rudolf Steiner geprägten Pädagogik ist es, den heranwachsenden Menschen nicht nur in seinen kognitiven Kompetenzen zu fördern, sondern gerade auch in seiner seelischen und sozialen Entwicklung. Der Pädagogik Rudolf Steiners liegt die Annahme zu Grunde, dass der junge Mensch angstfrei und frei von kategorischer Bewertung durch Schulnoten besser und freier lernen kann. Er soll nicht nur Wissen über andere anhäufen, sondern auch und gerade Wissen über sich selbst. Gemeinschaft fördern in verlässlichen Strukturen
Die Schüler bleiben von der ersten bis zur letzten Klasse im Klassenverband und werden bis zur 8. Klasse von ihrem Klassenlehrer betreut. Ein „Sitzenbleiben“ gibt es nicht. Die Entwicklung von Lebensperspektiven braucht Zeit und ist sehr individuell. Die Textzeugnisse an der Waldorfschule bestehen aus umfassenden Beurteilungen, die dem Schüler und seinen Eltern zeigen, welche Kompetenzen er bereits entwickelt hat und welche Schwierigkeiten in Zukunft besondere Beachtung finden sollten. Jedes Kind hat ein anderes Lerntempo und das Lernen in einer gewachsenen Gemeinschaft begünstigt ein erfolgreiches Vorankommen. Der Unterrichtsablauf berücksichtigt den Jahresrhythmus. Regelmäßig wiederkehrende Aktivitäten schaffen Sicherheit, Orientierung und einen verlässlichen Rahmen für die Schüler. Der Unterricht
Allgemeinbildende Fächer wie Mathematik, Deutsch, Geschichte, Fremdsprachen, Naturwissenschaften und Sport gehören zum Fächerkanon; daneben gibt es die Besonderheit der „waldorfspezifischen“ Fächer: Handwerklich-künstlerische Fächer
Die Fächer aus dem handwerklich-künstlerischen Bereich schaffen nicht nur Ausgleich, sondern unterstützen auch die kognitiven Fähigkeiten. Epochenunterricht und Fachunterricht
Im Epochenunterricht werden über mehrere Wochen in den ersten beiden Schulstunden Lerninhalte aus jeweils einem Fachbereich vermittelt und vertieft. Fächer, die eher des laufenden Übens bedürfen, wie z.B. Fremdsprachen, werden in Fachstunden fortlaufend unterrichtet. Die Fremdsprachen Englisch und Französisch werden ab der ersten Klasse unterrichtet. Abschlüsse
Die Waldorfschulzeit schließt nach der 12. Klasse mit dem Waldorfschulabschluss mit der selbstständigen Bearbeitung einer individuellen Abschlussarbeit ab. Alle staatlichen Abschlüsse können ebenso erworben werden. In der 13. Klasse werden die Schüler gezielt auf das ZentralAbitur vorbereitet. Anmeldung
Unabhängig davon, ob Ihr Kind ab der ersten Klasse oder als sog. „Quereinsteiger“ später unsere Schule besuchen soll, können Sie es unverbindlich im Schulbüro anmelden. Die vorläufige Anmeldung ist auf unserer Homepage zum Download hinterlegt oder im Schulbüro erhältlich. Organisation
Die Freie Waldorfschule ist keine Ganztagsschule. Dennoch ist Nachmittagsunterricht ab der 6. Klasse vorgesehen. Die Betreuung der Schüler nach Unterrichtsende ist von der 1. - 4. Klasse bis 13.30 Uhr und von der 5. - 8. Klasse bis 14.00 Uhr gewährleistet. Für die Kinder der 1. - 4. Klasse stehen der Schule Schulbusse zur Verfügung, die für Sie kostenfrei sind. In unserer Mensa wird täglich ein leckeres und abwechslungsreiches Mittagessen angeboten. Selbstverwaltung und Elternarbeit
Die Freie Waldorfschule Aachen ist eine selbstverwaltete Schule. Der 1985 gegründete Trägerverein Freie Waldorfschule Aachen e.V. ist primär für den Schulbetrieb verantwortlich. Mitglieder sind sowohl die Eltern als auch die an der Schule angestellten Lehrer und Mitarbeiter. Die Schule wurde aus einer Elterninitiative heraus gegründet. Zur Schulgemeinschaft gehören Schüler, Lehrer und Eltern. Ohne die Mithilfe der Eltern könnte die Schule nicht bestehen. Jedes Elternhaus beteiligt sich fortlaufend durch die Übernahme schulinterner Aufgaben am Schulleben. Finanzierung
Die Freie Waldorfschule Aachen ist eine staatlich anerkannte Ersatzschule in freier Trägerschaft. Die Zuschüsse des Landes decken allerdings nicht die laufenden Kosten. Daher zahlen die Eltern einen freiwilligen Beitrag zu den Schulbetriebskosten. Die Beitragshöhe wird nach der pädagogischen Aufnahme des Kindes in einem Finanzgespräch individuell vereinbart. Somit ist sichergestellt, dass jedes Kind, unabhängig von den finanziellen Verhältnissen der Eltern, die Freie Waldorfschule Aachen besuchen kann. Lernen Sie uns kennen
Pädagogisches Wochenende
Das Pädagogische Wochenende findet jedes Jahr im Oktober statt. Den Auftakt bildet am Freitagabend ein Rundgang über das Schulgelände. Hierbei erläutern verschieden Fachlehrer ihren Unterricht und stehen für Fragen zur Verfügung. Samstag und Sonntag lernt man in verschiedenen praktischen Kursen und Gesprächskreisen die Arbeits- und Denkweise an unserer Schule kennen. An diesem Wochenende gibt es genügend Zeit für Austausch. Alle Fragen werden gerne beantwortet. Basar
Eine weitere Möglichkeit, die Schule kennenzulernen, ist der Martinsbasar im November. Zwischen Kunsthandwerk und kulinarischen Köstlichkeiten ist fast jeder Raum unserer Schule zu besichtigen. Historische Wurzeln
Die erste Waldorfschule wurde 1919 von dem Unternehmer Emil Molt für die Kinder der Mitarbeiter seiner Firma ‚Waldorf-Astoria‘ gegründet. Von den Vorträgen Rudolf Steiners und seinem Menschenbild beeindruckt, beauftragte der Geschäftsmann den Philosophen und Pädagogen, ein neues Unterrichtskonzept zu erstellen, das losgelöst von den Zwängen der staatlichen Schulen besteht. Koedukation und die Beschulung der Kinder von der ersten bis zur zwölften Klasse im Klassenverband gehören seit Eröffnung der ersten Schule zum Konzept. Die Pädagogik der Waldorfschulen fand zunächst in Deutschland und in den folgenden Jahrzehnten auch weltweit immer mehr Fürsprecher.
1985 öffnete die Freie Waldorfschule mit sechs Klassen ihre Tore in Aachen. Mittlerweile werden rund 480 Schüler im Aachener Süden unterrichtet. Seit dem Jahr 2011 ist unsere Schule, wenn die Anmeldezahlen es erlauben, 2-zügig mit einer Klassengröße von bis zu 25 Schülern. Die Schule mit ihrer besonderen Architektur auf dem Gelände des alten Klinikums, dem alten Baumbestand und einem weitläufigen Gelände macht die Schule zu einem besonderen Lern- und Lebensort.