Lebensbegleitung liechtvoll - Tanja Tedesco

Lebensbegleitung liechtvoll - Tanja Tedesco Klangmassage / Coaching / Energiearbeit

28/08/2025

Verantwortung für sich selbst übernehmen

"Wer seine inneren Kinder schützt und heilt,
lebt in einer neuen Freiheit"

Der innere Erwachsene – verstanden als reife psychische Instanz – sollte in der Lage sein, Verantwortung für die inneren Kinder zu übernehmen. Nur so können Schutz, Stabilität und eine gesunde Selbstführung gewährleistet werden.

Bleibt diese Verantwortung jedoch aus und erfahren die inneren Kinder weder Fürsorge noch liebevolle Grenzen zu ihrem Schutz, übernehmen ihre kindlichen Bedürfnisse die Führung im Leben. Die Folge ist häufig, dass Beziehungen nicht von einem erwachsenen, verantwortungsvollen Selbst gestaltet werden, sondern von den verletzten inneren Kindern. Dadurch entstehen Dynamiken voller Emotionalität, Abhängigkeit und Bedürftigkeit, während die erwachsene Selbstverantwortung in den Hintergrund tritt.

In der psychologischen Arbeit mit inneren Anteilen – sei es in der Ego-State-Therapie, der Inner-Child-Arbeit oder in systemischen Ansätzen – zeigt sich, dass jeder Mensch innere Kinder in sich trägt. Diese inneren Kinder repräsentieren unsere frühen Erfahrungen, Gefühle, Bedürfnisse und Verletzungen. Sie sind lebendige Teile unserer Psyche, die sich nach Geborgenheit, Verständnis und Schutz sehnen.

Damit diese inneren Kinder nicht schutzlos alten Mustern ausgeliefert bleiben, braucht es eine stabile und verlässliche Instanz: den inneren Erwachsenen. Er verkörpert jene reife, bewusste und verantwortungsvolle Seite in uns, die Orientierung geben und Sicherheit schaffen kann.

Warum der innere Erwachsene Verantwortung übernehmen muss:

1. Schutz vor Wiederholung alter Verletzungen
Ungehaltene innere Kinder neigen dazu, alte Verletzungen in Beziehungen und Alltagssituationen zu reinszenieren. Wenn der innere Erwachsene nicht eingreift, erleben wir dieselbe Ohnmacht und denselben Schmerz wie in der Kindheit. Nur durch bewusste Verantwortung kann verhindert werden, dass die Vergangenheit die Gegenwart bestimmt.

2. Grenzen setzen und Sicherheit schaffen
Kinder können ihre eigenen Grenzen nicht wirksam schützen. Sie sind abhängig von einem Erwachsenen, der sie wahrnimmt und verteidigt. Übertragen auf die innere Welt heißt das: Unser innerer Erwachsener muss „Nein“ sagen können, wenn innere Kinder in uns von Selbstkritik, Perfektionismus oder von äußeren Menschen bedroht werden.

3. Integration und Heilung
Innere Kinder brauchen ein Gegenüber, das sie liebevoll annimmt. Der innere Erwachsene bietet diesen Halt. Erst wenn er die Verantwortung übernimmt, können die verletzten Kinderanteile in die Gesamtpersönlichkeit integriert werden. So entsteht innere Einheit statt Fragmentierung.

4. Selbstwirksamkeit und innere Führung
Ein Erwachsener, der Verantwortung übernimmt, schafft Vertrauen – sowohl in sich selbst als auch in das Leben. Statt von den Emotionen der inneren Kinder überwältigt zu werden, kann er diese anerkennen, beruhigen und in einen konstruktiven Ausdruck führen.

Folgen, wenn der innere Erwachsene seine Aufgabe nicht übernimmt:

- Überforderung durch starke Gefühle wie Angst, Wut oder Scham

- Wiederkehrende destruktive Beziehungsmuster

- Selbstsabotage und mangelnde Selbstfürsorge

- Innere Zerrissenheit und Haltlosigkeit

Ohne einen aktiven inneren Erwachsenen fühlen sich die inneren Kinder verlassen – so wie einst in der Kindheit. Dies verstärkt alte Traumata und verhindert nachhaltige Heilung.

Die Haltung des inneren Erwachsenen

Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, braucht der innere Erwachsene:

- Bewusstsein: Wahrnehmen, dass innere Kinder existieren und gehört werden müssen.

- Mitgefühl: Den Schmerz der inneren Kinder anerkennen, ohne sie zu verurteilen.

- Verantwortung: Nicht die äußere Welt soll die Wunden heilen – sondern das eigene innere Gegenüber.

- Handlungsfähigkeit: Aktiv Schutz und Fürsorge gestalten (z. B. durch Selbstgespräche, Visualisierungen, gesunde Entscheidungen im Alltag).

Fazit:

Der innere Erwachsene ist nicht nur eine psychische Funktion, sondern der Schlüssel zu innerer Heilung und Stabilität. Indem er Verantwortung für die inneren Kinder übernimmt, schützt er nicht nur diese Anteile, sondern auch sich selbst vor alten Mustern und Verletzungen.

Wer seine inneren Kinder schützt, heilt – und wer heilt, lebt in einer neuen Freiheit.

Adresse

Aebnitstrasse 11a
Solothurn
4571

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