06/07/2020
Bezaubernd💕💕💕
'Was ist schon ein ?
Ist es nicht der glühende Wunsch,
einen Teil des Wesens,
das man liebt, einzuatmen...'
(Giacomo Casanova)
Internationaler Tag des (jährlich am 6.7.)
Heute schon geküsst?
Niemand sollte deswegen aber irgendwen küssen, nur um dabei zu sein:
Es sollte ein sein.
Der gilt in vielen Kulturen als Ausdruck von , Freundschaft und Ehrerbietung.
Die Bedeutung des Kusses, insbesondere des in der Öffentlichkeit entbotenen Kusses, ist jedoch kulturell unterschiedlich:
Ob freundschaftlich, erotisch, politischer Bruder- oder verräterischer Judaskuss.
In der westlichen Kultur wird der Kuss meistens genutzt, um Liebe oder Zuneigung auszudrücken.
Im europäischen Westen und in den meisten Ländern Nordamerikas gilt es heutzutage meist nicht mehr als anstößig, sich in der Öffentlichkeit zu küssen, in anderen Kulturkreisen dagegen schon. In einigen Ländern ist sogar das Küssen unter Erwachsenen verschiedenen Geschlechts, die nicht miteinander verwandt oder verheiratet sind, eine strafbare Handlung.
Zwei Drittel aller Menschen drehen beim Küssen ihren Kopf nach rechts. An den Lippen sind besonders viele Nervenenden vorhanden, wodurch beim Küssen besonders der Gefühlssinn beteiligt ist. Weiterhin werden durch die Nähe beim Kuss Pheromone besonders gut übertragen. Ein Kuss kann so die sexuelle Lust steigern.
Viel-Küsser müssen laut den Forschungsergebnissen der amerikanischen Gesellschaft für S*xualverhalten nicht nur seltener zum Arzt als Kuss-Muffel – sie leben im Schnitt auch noch fünf Jahre länger. Denn: Küssen stärkt das Immunsystem. Beim Küssen wird nämlich nicht nur Speichel ausgetauscht, sondern auch tausende Bakterien. Das klingt zwar unappetitlich, trainiert aber die Abwehrkräfte. Das Immunsystem lernt die fremden Mikroben kennen und ist so in Zukunft besser auf sie vorbereitet. Küssen wirkt damit wie eine Art Schluckimpfung. Zudem produziert der Körper nach Erkenntnissen von US-Forschern beim Küssen chemische Substanzen (Neuropeptide), die die sogenannten Killerzellen aktivieren. Sie schützen den Körper vor Infektionen, indem sie schädliche Bakterien oder Viren vernichten.
Gleichzeitig setzen die Nebennieren bei leidenschaftlichen Küssen Adrenalin frei, wodurch Stoffwechsel und Kreislauf angeregt werden. Das Herz schlägt so schnell wie sonst nur beim Ausdauersport, nämlich bis zu 130 Mal pro Minute. Die Gefäße weiten sich, die bessere Durchblutung bringt den Kreislauf in Schwung und die Atemfrequenz steigt.
Küssen ist auch ideal gegen Stress, denn es senkt den Pegel des Stress-Hormons Cortisol. Körper und Psyche entspannen. Und das ist gesund und schützt sogar vor einem Autounfall: Wer sich morgens mit einem leidenschaftlichen Kuss verabschiedet, hat seltener einen Verkehrsunfall, als diejenigen, die ungeküsst ins Auto steigen. Auch das haben US-Forscher herausgefunden. Der Grund: Geküsste Mitmenschen sind stressresistenter und weniger aggressiv.
Die schlechte Nachricht: Die Deutschen küssen viel seltener als andere europäische Nationen. Über ein Drittel (37%) küsst weniger als drei Mal am Tag und gerade einmal 19 Prozent mindestens zehn Mal. Diese Zahlen sind zwar von 2008, aber als Kussnation gilt Deutschland immer noch nicht.
Deshalb lautet die Empfehlung:
Öfters mal ein dicker Kuss auf die Lippen des Liebsten, nicht nur am Tag des Kusses, sondern wann immer sich die Gelegenheit bietet.
Denn Küssen macht glücklich und gesund.
(Wikipedia, Pforzheimer Zeitung 5.7.2013, DIE WELT, 6.7.2009, http://www.we-love-nature.de/…/weltkusstag-2014-kuessen-is…/ ,http://karrierebibel.de/weltkusstag/)
Alain Montandon: Der Kuß - Eine kleine Kulturgeschichte, Berlin 2006
Alexander Lacroix: Kleiner Versuch über das Küssen, Berlin 2013
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Kleine «Kuss-ologie» (offiziell heißt die Wissenschaft vom Küssen ‚Philematologie'):
DER AUF DIE WANGE GEHAUCHTE BEGRÜSSUNGSKUSS:
Dieser Kuss ist in vielen europäischen Ländern selbstverständlich - zunehmend auch in Deutschland. Doch wie geht diese Form der Begrüßung richtig? Erst links, dann rechts, dann wieder links? Oder umgekehrt, oder vielleicht nur links und rechts?
.. wie es beliebt.
MUSIKALISCHER KUSS:
‚Küssen kann man nicht alleine’:
Nicht küssen, sondern drüber singen: Klassik, Pop, Metal, Jazz - der Melodie-Kuss funktioniert in allen Genres. Marilyn Monroe und Elvis Presley besangen ihn, eine der erfolgreichsten Rock-Bands nannte sich gleich danach: Die Gruppe Kiss, die sich in den 70er Jahren gründete. Laut der Prinzen ist zwar «Küssen verboten» - der Song war trotzdem auch bei Küssern in den 90ern ein Ohrwurm.
Und Max Raabe stellte 2011 ganz richtig fest: «Küssen kann man nicht alleine».
Der Evergreen «Kiss Me, Kate» ist Cole Porters erfolgreichstes Musical - 1948 in New York uraufgeführt. Der tschechische Komponist Bedrich Smetana (1824-1884) gab einer seiner Opern den Namen «Der Kuss». Auch in Filmen gibt es zuhauf Lieder übers Küssen. Ein Beispiel: die Badeszene von Julia Roberts in «Pretty Woman», in der sie in der Badewanne über Walkman «Kiss» von Prince hört und mitsingt.
TIERISCHER KUSS:
Schmatzer für Katze, Hund und Hamster: Vielen ist ihr Haustier so sehr ans Herz gewachsen, dass geschmust, gekrault und auch mal geküsst wird. Kuss auf Fell und Schnauze - hygienisch bedenklich?
Es gibt keine lebensbedrohlichen Gefahren und Tierkrankheiten können auf den Menschen nicht übertragen werden, wie der Berliner Hygieneexperte Klaus-Dieter Zastrow sagt.
Aber: «Eltern sollten es nicht unbedingt fördern, dass ihre Kinder Hund oder Katze auf die Schnauze küssen. Ein bisschen Zurückhaltung ist angebracht.» Die Tiere würden draußen von vielen gestreichelt oder berührten mit ihren Schnauzen viele Stellen - dadurch könnten sie Überträger von Krankheitserregern von Mensch zu Mensch sein - ähnlich wie bei einer Türklinke. «Die küsse ich ja auch nicht», sagt Zastrow. Hin und wieder sei ein Kuss auf das Fell oder Schnauze von Flecki, Waldi & Co. aber unbedenklich.
Auch Affen küssen sich (z. B. Schimpansen - aber nicht, um sich zu paaren sondern zum Stressabbau.
KULINARISCHER KUSS:
Liebe geht durch den Magen - vielleicht hat deshalb die kulinarische Welt den Kuss auch namentlich gleich in die Küche integriert. Der Schokokuss - schaumig, cremig, süß und knackig. Nicht nur bei Kindern beliebt, sondern auch bei denen, die noch einmal Kind sein wollen. Auch süß: Das Schaumgebäck aus Eiweiß und Zucker heißt hierzulande «Ba**er» (französisches Wort für Kuss). Ba**er wird neben dem puren Genuss auch zur Verzierung von Kuchen und Torten verwendet. Knackig und harmonisierend.
FALSCHER DOPPELKUSS:
Hört sich zwar wie zwei Küsse an, dennoch soll der Begriff Couscous nicht an den Schmatzer erinnern. Das Hartweizengrieß-Gericht aus der nordafrikanischen Küche wird zum Beispiel als Salat, oder als Beilage zu Lamm gegessen. Immer häufiger auch hierzulande auf Grillpartys zu sehen.
CINEASTISCHER KUSS:
Nur wenige Filme kommen ohne Kuss aus - und das aus gutem Grund:
Sie sorgen für Gesprächsstoff oder animieren zum Nachahmen im Kinositz bei Popcorn und Cola. Unvergessen: Die Schauspieler Clark Gable und Vivien Leigh in «Vom Winde verweht» - wohl DER Filmkuss schlechthin. Auch im Katastrophen-Melodram «Titanic» gab es viel Gänsehaut, als sich die Schauspieler Kate Winslet und Leonardo DiCaprio küssten.
Einige Filmküsse wirkten sogar über die Dreharbeiten hinaus: Hollywood-Traumpaar Angelina Jolie und Brad Pitt lernten sich am Set für die Action-Komödie «Mr. & Mrs. Smith» kennen - und lieben.
NASENKUSS:
Es gibt bei den Inuit den Brauch des Nasenkusses, das kennt man ja.
SCHAMHAFTER KUSS:
In einigen Ländern geht man mit dem Küssen schamhafter um als bei uns, das passiert nicht in der Öffentlichkeit. Aber eigentlich kann man davon ausgehen, dass sich alle Menschen auf der Welt gerne küssen. Das ist eine Sprache, die jeder versteht.
VERBOTENER KUSS: In In Baltimore und Halethropem im US-Bundesstaat Maryland dürfen sich Pärchen in der Öffentlichkeit nicht länger als eine Sekunde küssen. In Iowa darf immerhin maximal fünf Minuten geknutscht werden. Und im Logan County (Staat Colorado) ist es indes verboten, schlafende Frauen zu küssen. Ein Gesetz des Staates Wisconsin verbietet wiederum, sich in Zügen zu küssen, während die Franzosen das Küssen auf Bahnübergängen verboten haben.
Und im Fastenmonat des Ramadan ist es Moslems nicht einmal erlaubt, ihren Ehepartner zu küssen.
TRENDIGER KUSS:
Romantisch oder erotisch - welcher Kuss macht das Rennen? Es gibt Immoment eine klare Polarisierung, wie der Hamburger Trendforscher, Prof. Peter Wippermann, sagt. Einerseits habe der romantische Kuss im Moment Hochkonjunktur. «Dahinter steckt die Sehnsucht nach Besonderheit: das einzigartige Erleben zwischen Menschen, die nicht austauschbar sind.»
Die kurze Zeit, bevor man sich küsst, werde besonders genossen - das sei eine Art Ritual, fügte Wippermann hinzu. Romantik sei ohnehin gerade angesagt: Blumenmuster auf Tapeten, Handarbeit, Landhausstil.
EROTISCHER KUSS: Beim sexuellen Kuss gehe es um Beschleunigung und Direktheit, sagt Wippermann. Der Moment vor dem Kuss werde bewusst übersprungen und der Kuss dafür intensiviert.
Die Bilanz des Trendforschers: Der erotische Kuss liegt momentan knapp vor dem romantischen. Ähnlich wie beim S*x, nur in geringerer Dosis, wird beim Küssen das Hormon Oxytocin freigesetzt, das großen Einfluss auf die Paarbindung nimmt. Wenn zwei Menschen sich küssen, gehen sie also rein biologisch schon eine Bindung ein.
Vasopressin sorgt zudem für einen erhöhten Blutdruck, das empfinden wir als aufregend.
PERFEKTER KUSS:
Dieser Kuss ist einmalig. Jedes Mal anders. Manchmal ist es nur ein flüchtiger Moment. Ein leises Berühren von Lippen. Eine Andeutung. Ein Luftzug. Öfter ist es Knabbern und Saugen, Pressen und Schlingen. Manchmal auch ein Schmatzen. Zungen, die miteinander spielen. Gleichstarke Gegner, die sich jagen und fangen, die ihren Gefühlen folgen, sich kosten und kosen.
Ein Kuss ist mal aktiv, mal passiv. Man spielt mit dem anderen, dirigiert ihn und lässt sich dominieren.
Die Hände spielen dabei keine unwesentliche Rolle. Küssen ist nicht nur Mund-zu-Mund-Akrobatik. Die Hände können dabei sogar die Hauptrolle übernehmen:
Sie greifen ins Haar, zerren daran, zwingen den anderen sich auszuliefern. Sie können den Körper verführen, wandern, streicheln, stimulieren. Das Gebiet der Empfindung vergrößern oder verlagern, Akzente setzen. Sie können ablenken und hinführen, verführen im Wortsinne. Natürlich können die Hände ebenso gut festhalten, Halt geben, beschützen, damit der andere sich fallen lassen kann. ...
‚Rote Lippen soll man küssen, denn zum Küssen sind sie da.
Rote Lippen sind dem siebten Himmel ja do nah.‘
(Cliff Richards in seinem Lied...)