13/07/2026
Es ist Zeit, das Richtige zu tun! ❤️
Eine Chance für Kärntens Kinder, Jugendliche und Familien 👧🧒👨👩👧👦
Auf Grundlage unserer praktischen Erfahrungen und der Erkenntnisse aus der internationalen Forschung sind wir überzeugt: Der Familienrat – international als Family Group Conference bekannt – sollte das Herz ❤️ und der zentrale Baustein 🧱 einer zeitgemäßen, passgenauen Kinder- und Jugendhilfe in Kärnten sein.
Was für den Familienrat spricht 💬🤝
Der Familienrat bringt jene Menschen an einen Tisch 🪑, die im Leben eines Kindes tatsächlich eine wichtige Rolle spielen: Familienangehörige, Patinnen und Paten, Freundinnen und Freunde, Nachbarinnen und Nachbarn oder beispielsweise eine vertraute Person aus einem Verein. Dadurch werden Ressourcen sichtbar und nutzbar 🌱, die Fachkräfte allein häufig nicht erreichen können.
Er ermöglicht echte Beteiligung 🗣️. Dabei gilt ein wesentlicher Perspektivenwechsel: Nicht wir beteiligen Familien – Familien beteiligen uns! Entscheidungen werden gemeinsam und auf Augenhöhe vorbereitet 🤝.
Der Familienrat kann Brücken 🌉 zwischen Familien und dem Jugendamt bauen, Schwellenängste abbauen und damit eine vertrauensvolle Zusammenarbeit fördern.
Kinder und Jugendliche sind im Familienrat die Ehrengäste 🌟. Sie werden bewusst gesehen 👀, gehört 👂 und aktiv einbezogen. Sie erfahren, dass ihre Stimme Bedeutung hat und etwas bewirken kann. Sie werden als gleichwürdig wahrgenommen und behandelt.
Zugleich trägt der Familienrat dazu bei, Hilfen passgenauer zu gestalten 🎯. Was Familien gemeinsam mit ihrem persönlichen Netzwerk selbst entwickeln und planen, passt zu ihrem Alltag, ihren Möglichkeiten und ihren tatsächlichen Bedürfnissen. Deshalb werden diese Lösungen häufig auch von der Gemeinschaft mitgetragen 🫶.
Durch Familienräte können Fremdunterbringungen in vielen Fällen vermieden oder verkürzt werden 🏡. Dadurch erhalten mehr Kinder die Chance, in ihrem familiären Umfeld aufzuwachsen.
Auch ambulante Hilfen können seltener oder in geringerem Umfang notwendig sein, wenn das persönliche Netzwerk Verantwortung übernimmt und die Familie gemeinschaftlich und nachhaltig unterstützt 🤲.
Kostenintensive Langzeitmaßnahmen können zurückgehen – nicht, weil notwendige Leistungen verweigert werden, sondern weil sie in vielen Fällen durch gemeinsam entwickelte, tragfähige Lösungen nicht mehr oder nicht mehr im bisherigen Ausmaß benötigt werden 📉.
Für uns als Trägereinrichtungen bedeutet dies zweifellos ein Umdenken 🔄. Dieses Umdenken ist jedoch fachlich richtig! Deshalb sollten wir bereit sein, unseren Beitrag zu leisten und gemeinsam neue Wege zu gehen 🛤️. Ich kämpfe seit 2017 konsequent dafür – das bringt mir keinen Beliebtheitspreis ein, im Gegenteil. Dennoch bin ich bereit, dafür weiter zu werben – weil es das Richtige ist. ❤️
International erprobt und evaluiert 🌍📊
Der Familienrat ist seit 1989 in Neuseeland gesetzlich verankert und mittlerweile in vielen Ländern etabliert.
Wer sehen möchte, was möglich wird, wenn der Familienrat konsequent und verbindlich umgesetzt wird, kann beispielsweise nach Berlin blicken. Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf führte den Familienrat im Jahr 2022 verbindlich ein – nicht als zeitlich begrenztes Projekt am Rand des Hilfesystems, sondern als feste Struktur:
„Nicht nur bei kleinen Sorgen, sondern auch, wenn es richtig brennt.“ 🔥
Frank Früchtel formuliert es so:
„Die Enteignung des Helfens verursacht Kosten, die Re-Sozialisierung des Helfens verursacht Selbsthilfe.“
Der Familienrat ist kein Sparprogramm 🚫💰. Eine mögliche Kostenersparnis ist allerdings eine Nebenwirkung, nicht sein Zweck. Man muss aber zunächst in die Prävention investieren. Der zentrale Zweck des Familienrats ist echte Beteiligung 🗣️. Allerdings führt der Familienrat – konsequent und nach Standards eingesetzt – auch zur Entlastung des Systems der Kinder- und Jugendhilfe - auch zur Entlastung der Sozialarbeiter:innen im Jugendamt.
Beteiligung ist ein Kinderrecht ⚖️🧒
Die UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet in Artikel 12 dazu, Kinder in allen sie betreffenden Angelegenheiten anzuhören und ihre Meinung angemessen zu berücksichtigen 👂💬.
Der Familienrat ist eines der wenigen Verfahren, das dieses Recht nicht nur grundsätzlich anerkennt, sondern im konkreten Alltag praktisch umsetzt ✅. Der UN-Kinderrechtsausschuss führt das Verfahren in seiner Allgemeinen Bemerkung Nr. 13 aus dem Jahr 2011 als gute fachliche Praxis an, wie unter anderem bei Hilbert u. a. 2017 dargestellt wird. Im Gesetz steht zudem, dass immer das gelindeste Mittel einzusetzen ist. Das wäre genau das: erstmal die Familie!
Wo Partizipation und Empowerment gesetzlich verankert sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch tatsächlich gelebt werden 🌱. Wo sie ausschließlich als Absichtserklärung formuliert bleiben, besteht die Gefahr, dass sie im Alltag folgenlos bleiben.
Wir regen daher mit großer Überzeugung und Nachdruck an, den Familienrat aus fachlichen Gründen und Menschenliebe ❤️ fest zu verankern.
Kärnten hat gute Gründe, diesen Weg zu gehen 🛤️. Unser Bundesland weist im österreichweiten Vergleich eine der höchsten Heimquoten und den höchsten Anteil an Unterbringungen in Einrichtungen auf, wie aus der Kinder- und Jugendhilfestatistik der Statistik Austria hervorgeht.
Der Familienrat ist anspruchsvoll und intensiv – und genau deshalb braucht er gemeinsames Engagement 💪. Es braucht einen gemeinsamen Schulterschluss 🤝. Es braucht laute Stimmen 📣, die sich endlich mutig für den Familienrat einsetzen.
Wir wissen, dass wir mit dieser Forderung viel von allen Beteiligten verlangen. Deshalb möchten wir offen benennen, welche Herausforderungen mit der Umsetzung des Familienrats verbunden sind.
Für koordinierende Fachkräfte ist das Verfahren zeitintensiv ⏳ und fachlich sehr anspruchsvoll. Es erfordert eine intensive Vorbereitung, hohe Aufmerksamkeit und in vielen Fällen auch ein grundlegendes Umdenken 🔄. Diese Veränderung verlangt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr viel ab. Gleichzeitig eröffnet sie neue Möglichkeiten, Familien wirksam und nachhaltig zu unterstützen 🌱.
Auch für Trägereinrichtungen fügt sich der Familienrat nicht ohne Weiteres in gewohnte wirtschaftliche Strukturen ein. Wenn Fremdunterbringungen und ambulante Hilfen zurückgehen, verändert sich damit auch die Auftragslage. Das ist eine reale und ernst zu nehmende Herausforderung. Dennoch bleibt der Familienrat fachlich der richtige Weg 🧭.
Für zuweisende Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bedeutet der Familienrat einen echten Paradigmenwechsel 🔄. Die Lösung nicht selbst vorzugeben, sondern Verantwortung, Gestaltungsmöglichkeiten und Entscheidungsspielräume mit der Familie und ihrem Netzwerk zu teilen, oder ganz abzugeben ist fachlich anspruchsvoll und persönlich fordernd. Wir wissen das und bringen an dieser Stelle unsere allergrößte Wertschätzung zum Ausdruck 🙏.
Andere Regionen und Länder zeigen jedoch, dass dieser Wandel und Paradigmenwechsel gelingen kann 🌍. Wir sind überzeugt, dass dies auch in Kärnten möglich ist, wenn die notwendigen Rahmenbedingungen seitens der Fachabteilung und dem Land Kärnten geschaffen werden und alle Beteiligten bereit sind, gemeinsam zu lernen 📚🤝. Es braucht dazu verbindliche und gemeinsame Vereinbarungen. Es braucht ein echtes Miteinander. Wir sollten uns gemeinschaftlich und auf Augenhöhe am runden Tisch versammeln 🫶.
Dialog statt Abgrenzung 💬
Uns ist bewusst, dass unsere Sichtweise nicht von allen uneingeschränkt geteilt wird. Kritik und unterschiedliche fachliche Einschätzungen nehmen wir ernst. Wir bleiben offen und gesprächsbereit 🤝.
Es geht uns nicht darum, recht zu behalten. Es geht darum, gemeinsam die bestmöglichen Lösungen für Kinder, Jugendliche und Familien in Kärnten zu entwickeln ❤️.
Gleichzeitig erleben wir, dass über unsere Arbeit und unsere Haltung immer wieder unterschiedliche Informationen und diskreditierende Gerüchte verbreitet werden. Wir möchten dem mit Offenheit, Transparenz und konkreter Unterstützung begegnen 🔎.
Familienrat ist kein Setting für Egozentriker, Gerüchteköche oder Ellbogenmenschen. Es ist das Setting des echten Miteinanders 🤝, der Gemeinschaft 🫶, der Zivilcourage 💪, des Dialogs 💬 und des Demokratiebewusstseins 🗳️.
Wenn Ihr Informationen über den Familienrat benötigt oder Unterstützung bei dessen Umsetzung wünscht, stehen wir allen Beteiligten gerne zur Verfügung. Unser Wissen und unsere Erfahrungen möchten wir teilen 📚, weil wir davon überzeugt sind, dass echte Zusammenarbeit den Familien am meisten bringt.
Der Familienrat gehört keiner einzelnen Einrichtung, keiner Organisation – ob klein oder groß – und keinem einzelnen Akteur – ob jung oder schon ergraut. Er gehört den Menschen, die in ihm Verantwortung übernehmen und gemeinsam Lösungen entwickeln 👥💡.
Im Mittelpunkt steht ein echtes Miteinander für Kinder, Jugendliche und Familien ❤️. Ein echtes Miteinander in der Kinder- und Jugendhilfe. Persönliche oder institutionelle Interessen sollten hinter diesem gemeinsamen Anliegen zurückstehen.
Wo unterschiedliche Positionen bestehen, braucht es einen respektvollen, sachlichen und konstruktiven Austausch 💬, der sich an den Grundprinzipien des Familienrats orientiert.
Unser Respekt gilt allen Beteiligten der Pilotphase 🙏
Unser besonderer Respekt gilt den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, die sich während der laufenden Pilotphase mutig auf neue Arbeitsweisen eingelassen und unter anspruchsvollen Bedingungen ihr Bestes geben 💪.
Veränderung gelingt nur, wenn Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, vertraute Wege zu hinterfragen und neue Erfahrungen zuzulassen 🌱. Dieser Einsatz verdient Anerkennung und Wertschätzung 👏.
Danke an mein Team ❤️
Mein herzlicher Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von levelUP 🙏.
Sie haben sich während der Pilotphase mit großem Engagement darum bemüht, nicht nur das Verfahren des Familienrats, sondern vor allem die Haltung des Familienrats zu leben 🫶. Sie haben Vertrauen aufgebaut, Schwellenängste reduziert und persönliche Netzwerke sichtbar gemacht, die zuvor nicht oder kaum wahrgenommen worden waren.
Diese Arbeit geschieht häufig leise 🤫 und bleibt für Außenstehende vielfach unsichtbar. Sie verlangt Geduld, Einfühlungsvermögen, Beharrlichkeit und ein hohes Maß an fachlicher Verantwortung.
Dafür danke ich unserem gesamten Team von Herzen ❤️.
Gemeinsam das Richtige tun 🤝❤️
Es braucht jetzt Mut 💪, Veränderungskraft 🌱 und den gemeinsamen Willen, fachlich wie menschlich das Richtige zu tun.
Diesen Willen sehen wir bei vielen Beteiligten: in der Verwaltung, in der Politik, in den Jugendämtern, bei verschiedenen Trägereinrichtungen und bei den Fachkräften, die täglich Verantwortung für Kinder, Jugendliche und Familien übernehmen 👧🧒👨👩👧👦.
Wir bringen gerne ein, was wir wissen und können 📚. Gleichzeitig laden wir alle Beteiligten dazu ein, ihre Erfahrungen, Fragen und Perspektiven einzubringen und mit uns in einen offenen, respektvollen Dialog zu treten 💬🤝.
Der Familienrat wirkt weltweit. 🌍
Warum sollte er nicht auch in Kärnten wirken? ❤️