Historia Scribere
historia.scribere - die eZeitschrift der historischen Institute der Universität Innsbruck.
10/08/2025
This is the End. Das alte Redaktionsteam verabschiedet sich mit diesem Post, denn es ist Zeit, neue Wege einzuschlagen. 📚 Wir wünschen dem neuen Redaktionsteam alles Gute und genauso viel Freude bei der Arbeit, wie wir sie hatten! 🫶🏻 (Herzlichst Sarah und Florian)
Auch du willst ein Teil von historia.scribere werden? 😎 Dann absolvier doch ein Praktikum bei uns! Dies ist im Ausmaß von 5–10 ECTS im Wahlmodul „Praxis“ möglich. Schickt gerne ein kurzes Motivationsschreiben (1 Seite) an unsere E-Mail-Adresse. Wir freuen uns auf Dich! 🤙🏻
08/08/2025
Das waren die Beiträge der diesjährigen Ausgabe von historia.scribere. 😊 Auch die 17. Ausgabe zeigt einmal mehr die Breite von Themen, Epochen und Ansätzen, mit denen sich Studierende im Rahmen ihres Geschichtestudiums befassen und mit der Veröffentlichung auch selbst aktiv zum Forschungsdiskurs beitragen.
Wir gratulieren nochmals allen Autor:innen herzlich und wünschen ihnen ein ähnlich zahlreiches Lesepublikum wie in den letzten Jahren! 🫶🏻 Allen Leser:innen wünschen wir bonne lecture! 📚
Für uns geht es nun in eine kurze Sommerpause, doch bald schon beginnen die Vorbereitungen für Ausgabe 18 – wir werden volljährig! Einreichungen werden voraussichtlich ab November 2025 möglich sein, genauere Informationen dazu werden rechtzeitig kommuniziert.
Bis dahin wünscht das historia.scribere-Team einen schönen (Rest-)Sommer! ☀️🌊
📷 Foto: Die anwesenden Preisträger:innen von links: Hansjörg Härdtner, Markus Buchmaier, Moritz Moosmayer, Alexander Obertimpfler, Florian Maizner, Sarah-Maria Feuerstein, Lea Feichter, Sarah Delvai, Sajra Ljubijankić, Lara Castlunger.
05/08/2025
Last but not least: der dritte und somit letzte Best-Paper-Award der diesjährigen Ausgabe. 🥁 Hansjörg Härdtner überzeugte vollends mit seiner Proseminararbeit „Die Psychiatrisch-Neurologische Klinik der Medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck zwischen 1932 und 1946“. 👏🏻 Die Arbeit stammt aus dem Kernfach Zeitgeschichte und wurde von Ina Friedmann betreut.
Der Autor spürt in seiner Studie den Karrierewegen von vier Medizinern in der Zeit des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus nach – „antagonistischen Protagonisten“ mit durchaus divergenten politischen Haltungen und damit Berufsaussichten. Diese biographische Herangehensweise wird ergänzt und kontextualisiert durch eine quantitative Auswertung der Personal- und Vorlesungsverzeichnisse der Medizinischen Fakultät zwischen 1932 und 1946. Härdtners quellengesättigte Fakultätsgeschichte besticht durch ihre vielfältigen zeitgenössischen Materialien und Archivbestände sowie ihre analytische Schärfe und sprachliche Eloquenz.
➡️ Link zum Beitrag: https://scribere.at/historia_scribere/article/view/4190
03/08/2025
Wir kommen zum zweiten Best-Paper-Award. 🥁 Dieser wurde an Markus Buchmaier verliehen. Auch ihm gelang es, mit seiner aus dem Kernfach Österreichische Geschichte stammenden und von Ellinor Forster betreuten Seminararbeit „Über ‚bedauerliche Anträge einer gemischten Ehe‘. Argumentationsstränge und Handlungsweisen der katholischen Geistlichen im Spannungsfeld gemischter Ehen vor und nach 1867 aufgrund der zivilen Gesetze in Cisleithanien“ zu überzeugen. 👏🏻
Indem sie reichhaltiges Quellenmaterial aus dem Probsteiarchiv des Innsbrucker Doms zu St. Jakob mit normativen Eherechtsquellen verschränkt, bietet die Fallstudie ein hervorragendes Beispiel, wie sich Rechtsnorm und Rechtswirklichkeit im kirchenhistorischen Kontext erschließen lassen. Der gewählte Fokus auf dem Umgang mit konfessionsverschiedenen Ehen gibt dabei nicht nur Einblicke in die Handlungsebene der Seelsorge, sondern thematisiert auch die Motivlage der Brautleute. Jene waren, wie Buchmaier argumentativ überzeugend und wortgewandt darlegt, durchaus zu Kompromissen mit der Kirche bereit, während sich die Geistlichkeit mit den Neuerungen im Eherecht nach 1867 nicht arrangieren wollte.
➡️ Link zum Beitrag: https://scribere.at/historia_scribere/article/view/4186
01/08/2025
Jene Beiträge, welche die Reviewer:innen und die Redaktion am meisten überzeugen konnten, wurden mit Best-Paper-Awards, den ersten Preisen von historia.scribere, gewürdigt. 🏆 In diesem Jahr wurden drei Arbeiten mit der höchsten Auszeichnung der Zeitschrift prämiert.
Der erste Award ging an 🥁 Moritz Moosmayer für seine Proseminararbeit „Eine Frühform des Kolonialismus? Das Ausgreifen Genuas und Pisas auf die Mittelmeerinseln im 11. Jahrhundert“. 👏🏻 Die Arbeit wurde in einer Lehrveranstaltung aus dem Kernfach Mittelalter verfasst und von Stephan Nicolussi-Köhler betreut.
Mit ihrem Fokus auf den Aktivitäten Genuas und Pisas im 11. Jahrhundert bietet die Arbeit nicht nur eine fundierte Analyse der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Expansion dieser Seerepubliken auf die Inseln Sardinien, Korsika und Elba, sondern diskutiert auch überzeugend das Konzept eines „Protokolonialismus“. Besonders hervorzuheben ist die stringente Argumentation basierend auf den Kolonialismus Merkmalen von Osterhammel und Conrad, anhand derer der Autor die Verflechtung von militärischen Interventionen, kirchlichen Legitimationsstrategien und ökonomischen Privilegien nachzeichnet.
➡️ Link zum Beitrag: https://scribere.at/historia_scribere/article/view/4191
29/07/2025
Sarah-Maria Feuersteins Beitrag „Max S. Der Fall einer ‚freiwilligen Entmannung‘“ wurde mit dem Sonderpreis des Landes Vorarlberg der 17. Ausgabe von historia.scribere ausgezeichnet. 👏🏻 Die Arbeit stammt aus einem Proseminar des Kernfachs Zeitgeschichte und wurde von Ina Friedmann betreut.
Anhand eines sogenannten „Sippenakts“ der nationalsozialistischen Gesundheitsbehörden im Reichsgau Tirol und Vorarlberg rekonstruiert die Autorin das Schicksal eines von Kastration betroffenen jungen Mannes. Sie weist nach, dass dieser offiziell „freiwillig“ erfolgte Eingriff tatsächlich auf massiven Druck der Behörden durchgeführt wurde. Die beteiligten Ärzt:innen konnten, wie Feuerstein zeigt, nach 1945 ihre Karrieren weitgehend ohne Bruch fortsetzen. Die Arbeit ist ein wichtiger Beitrag zur Erforschung der regionalen Dimension nationalsozialistischer Medizinverbrechen und besticht durch ihre saubere Quellenarbeit.
➡️ Link zum Beitrag: https://scribere.at/historia_scribere/article/view/4196
29/07/2025
Der Sonderpreis des UNO Center Austria in History ging im Jahr 2025 an Sajra Ljubijankić für ihre Proseminararbeit „Musik im transatlantischen Sklavenhandel. Der Einfluss von Musik auf das Gemeinschaftsgefühl versklavter Personen“. 👏🏻 Geschrieben wurde der Beitrag in einer von Florian Ambach geleiteten Lehrveranstaltung.
Die Autorin zeigt, wie Musik für versklavte Menschen nicht nur Ventil und Trost, sondern zentrales Instrument der Identitätsstiftung und Gruppenbildung war. Sie führt von den afrikanischen Ursprüngen über die Entstehung neuer Musikformen bis zu den Spirituals und verschlüsselten Fluchtliedern des „Underground Railroad“. Dabei bettet sie die Vielfalt der musikalischen Praktiken in ihren sozialen Kontext ein und verdeutlicht, wie gemeinsames Musizieren Hoffnung stiftete und Widerstand formierte.
➡️ Link zum Beitrag: https://scribere.at/historia_scribere/article/view/4195
29/07/2025
Den siebten und letzten Runner-Up-Award erhielt Alexander Obertimpfler für seine familiengeschichtliche Proseminararbeit „Zwischen Alpini und Wehrmacht. Die Kriegsgeschichte des Südtiroler Soldaten Franz Obertimpfler (1920–1985)“. 👏🏻 Betreut wurde die zeithistorische Arbeit von Nikolaus Hagen.
Auf einer Spurensuche nach der NS-Zeit in der eigenen Familiengeschichte stieß der Autor auf die ihm bis dahin unbekannte italienische Militärvergangenheit seines Großvaters. Obertimpfler deutet diese im Familiengedächtnis untergegangene Erzählung im spannungsgeladenen erinnerungspolitischen Kontext der beiden großen Sprachgruppen in Südtirol. Die Arbeit beleuchtet darüber hinaus die wenig erforschte Geschichte von Südtirolern, die im Zweiten Weltkrieg sowohl im italienischen Heer als auch in der Wehrmacht Militärdienst leisteten.
➡️ Link zum Beitrag: https://scribere.at/historia_scribere/article/view/4187
29/07/2025
Ein weiterer Runner-Up-Award ging an Lara Ennemoser für ihre Bachelor-Arbeit (Lehramt) „Die Legitimierung der italienischen Invasion Abessiniens in den Zeitungen ‚Dolomiten‘ und ‚La Provincia di Bolzano‘, 1935–1936“. 👏🏻 Die zeithistorische Arbeit wurde bei Eric Burton verfasst.
Die Autorin zeigt eindrücklich, wie das faschistische Italien durch Konstruktion eines „barbarischen“ und „rückständigen“ Äthiopiens die Legitimationsbasis schuf, um im Sinne einer „Zivilisierungsmission“ das Selbstbild einer befreienden und schützenden Macht herzustellen. Auf Grundlage einer umfangreichen Auswertung von Zeitungsartikeln, einer Analyse medialer Narrative und einer klaren Argumentationsstruktur liefert die Arbeit wichtige Erkenntnisse über die Mechanismen der faschistischen Kolonialpropaganda.
➡️ Link zum Beitrag: https://scribere.at/historia_scribere/article/view/4192
19/07/2025
Ebenfalls als Runner-Up-Award publiziert wurde ein Artikel von Lara Castlunger. 👏🏻 Sie verfasste ihre aus dem Kernfach Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte stammende Seminararbeit „Zwischen ideologischem Anspruch und praktischer Umsetzung. Naturschutz im Reichsgau Tirol und Vorarlberg während der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges“ bei Patrick Kupper.
Anhand ausgewählter Fallstudien aus dem Tiroler Landesarchiv arbeitet die Autorin die Ambivalenzen der Naturschutzpraxis im Reichsgau heraus – ein wertvoller Beitrag zur regionalen Umweltgeschichte, der mit vielschichtigen empirischen Details zu überzeugen weiß.
➡️ Link zum Beitrag: https://scribere.at/historia_scribere/article/view/4189