14/08/2026
Dass sie jeden Morgen eine Stunde vor den Kindern aufsteht, damit alles läuft,
sie immer nur nebenbei isst,
sie den ganzen Tag versucht, allen Bedürfnissen gerecht zu werden,
sie seit Wochen nur wenige Stunden schläft, weil das Baby zahnt,
sie seit Monaten keine einzige ruhige Minute für sich hatte.
Ein Alltag in dem sie nie zur Ruhe kommt und alles managed, doch Stress nennt sie es nicht. Weil es so „normal“ geworden ist, zu funktionieren.
Genau das begegnet mir bei vielen Patientinnen: Belastungen bleiben (oft jahrelang) unausgesprochen, aber dennoch zeigt sich immer wieder: der Körper hört immer zu. Nicht weil er gegen dich arbeitet, sondern weil er versucht, sich an das anzupassen, was du jeden Tag leistest. Er stellt Energie bereit, hält dich am Laufen und steckt vieles weg - mit all seinen Folgen.
Deshalb wünsch ich mir, dass wir aufhören, all das zu normalisieren und kleinzureden, was dauerhafte Überbelastung für körperliche und mentale Veränderungen mit sich bringt.
Dass wir die Lösung nicht nur auf Einzelpersonen abladen, sondern Rollenbilder, Strukturen und Systeme hinterfragen. Weniger „Du musst halt mehr auf dich schauen“ und mehr „Was macht es grad schwierig für dich das zu tun und was könnten erste Schritte sein?“.
Wenn du gerade nicht weißt, wo du anfangen sollst, bist du hier genau richtig 🙌🏽