23/11/2025
Es war Samstag früh, als mein Handy vibrierte. Eine SMS. Kurz. Verzweifelt. Fast wie ein Hilferuf.
Ich saß gerade beim Frühstück, als ich las, was diese Mama mir schrieb.
Ich kann nicht mehr. Ich habe alles probiert. Ich bin am Ende.
Seit vier Uhr früh dreht mein Sohn durch. Er wirft sich auf den Boden, schreit, als würde ich ihm etwas antun. Ich halte es nicht mehr aus.
Zwischen ihren Zeilen konnte ich die Erschöpfung fast greifen.
Der Kopf dröhnt. Die Ohren tun weh vom Schreien.
Und dann dieser Stich:
Der eigene Mann, der sagt, sie sei eine schlechte Mutter. Nicht konsequent genug. Zu weich.
Das tut weh.
Es macht klein.
Es trifft genau dort, wo das Mutterherz am verletzlichsten ist.
Sie sagt zu ihrem Kind, seine Wut sei okay. Sie bleibt bei ihm. Sie versucht alles, was sie je gelernt hat. Und doch kommt es bei ihm nicht an.
Er schreit weiter.
Sie zweifelt weiter.
Und das schlechte Gewissen frisst sie langsam auf.
Und während ich ihre Zeilen las, war ich plötzlich wieder dort, wo ich selbst vor einigen Jahren stand.
Genau dieselben Gedanken. Dieselben Selbstvorwürfe. Dieselbe Scham.
Ich wollte gute Mutter sein.
Ich gab alles.
Aber als mein eigener Mann anfing, mich zu kritisieren, traf es mich wie ein Schlag.
Es fühlte sich an, als würde mir jemand sagen: Du bist nicht genug.
Damals war mein Tiefpunkt erreicht.
Ich wusste: Wenn ich so weitermache, verliere ich mich selbst.
Also holte ich mir Hilfe.
Von jemandem, der versteht.
Von jemandem, der weiß, wie es ist, wenn ein Kind täglich ausrastet und man trotzdem funktionieren muss.
Der erste Satz, den diese Expertin zu mir sagte, werde ich nie vergessen:
Sie sind eine wunderbare Mutter.
Egal wie wütend Ihr Kind ist.
Ich atmete damals zum ersten Mal seit Monaten wieder wirklich durch.
Ich lächelte sie an und fragte leise: Wirklich?
Sie nickte.
Und sagte: Und das andere lösen wir jetzt Schritt für Schritt.
Ein Stein fiel von meinem Herzen.
Sie sah mich. Sie verstand mich. Sie nahm meine Verzweiflung ernst.
Wir arbeiteten an der Verbindung zu meinem Sohn.
Ich lernte, wie Wut wirklich funktioniert.
Und langsam, Schritt für Schritt, wurde es leichter.
Die Ausraster wurden seltener.
Ich wurde sicherer.
Er wurde ruhiger.
Heute bin ich diese Person für die Mamas, die mir schreiben.
Die erschöpfte Mama von Samstag nehme ich an der Hand.
Ich zeige ihr den Weg raus aus dem Chaos, zurück in eine sichere Verbindung.
Und nach einiger Zeit sagen sie alle denselben Satz:
Ich fühl mich wieder wie eine gute Mutter.
Wenn du gerade in einer ähnlichen Situation steckst, lass uns sprechen.
Es gibt einen Weg da raus.
Auch für dich.
Tipp: Schreib mir das Wort „cool “ – ich nehme mir Zeit für dich.